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Rasmussen verspricht Rücksicht auf Islam

Neuer NATO-Chef in der Türkei  

Rasmussen verspricht Rücksicht auf Islam

07.04.2009, 19:00 Uhr | AFP

Rasmussen begrüßt in Istanbul den früheren iranischen Präsidenten Ajatollah Chatami (Foto: AP)Rasmussen begrüßt in Istanbul den früheren iranischen Präsidenten Ajatollah Chatami (Foto: AP)

Der designierte NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat angekündigt, in seinem neuen Amt Rücksicht auf religiöse Empfindlichkeiten zu nehmen. In einer Ansprache an ein Treffen der "Allianz der Zivilisationen" in Istanbul sagte Rasmussen am Montag, der Dialog mit Muslimen werde eine seiner wichtigsten Aufgaben als Chef des Verteidigungsbündnisses sein.

Er werde sich für Meinungsfreiheit und das Recht auf freie Religionsausübung einsetzen, sagte Rasmussen.

Bereit zu Gespräch über Karikaturen-Streit

Aus diesem Grund wolle er auch so bald wie möglich über den Streit um die Mohammed-Karikaturen im Jahr 2005 sprechen. Er sei nie für die Herabwürdigung des Propheten Mohammed eingetreten und respektiere die religiösen Gefühle anderer Menschen.

Türken erwarteten Entschuldigung

Die von der türkischen Öffentlichkeit erwartete Entschuldigung für die Karikaturen-Krise sprach Rasmussen allerdings nicht aus. "Er hat sich nicht entschuldigt", kommentierte die türkische Zeitung "Vatan" in ihrer Internetausgabe. "Die Erwartungen (...) wurden enttäuscht." Die Türkei hatte sich mit Verweis auf Rasmussens Rolle im Karikaturen-Streit lange gegen seine Ernennung zum NATO-Generalsekretär gesperrt und erst nachgegeben, als er eine versöhnliche Geste in Aussicht stellte.

Auftritt unter Schmerzmitteln

Rasmussen trug eine Stützmanschette an der Schulter, nachdem er in seinem Istanbuler Hotel gestürzt war und sich dabei das Schultergelenk ausgekugelt hatte. Einigen Medienberichten zufolge fiel Rasmussen eine Treppe herunter, laut "Vatan" stürzte Rasmussen in der Toilette seines Hotelzimmers. Die Schulter wurde in einem nahen Krankenhaus unter örtlicher Betäubung wieder eingerenkt. Türkischen Medienberichten zufolge konnte er bei dem Treffen nur dank starker Schmerzmittel auftreten.

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Beziehungen von "außerordentlich großer Bedeutung"

Auch US-Präsident Barack Obama besuchte am Montag die Türkei. Bei seinem Besuch in Ankara würdigte er den Wandel der Türkei zu einer modernen Demokratie und bot dem Land engere Beziehungen an. "Ich freue mich darauf, die Beziehungen zwischen den USA und der Türkei zu stärken und Atatürks Vision der Türkei zu unterstützen", schrieb Obama. Die Türkei sei für die USA ein Bündnispartner von "außerordentlich großer Bedeutung".

Stimmung hatte sich verschlechtert

Die Türkei mit ihrer strategisch bedeutsamen Lage war lange ein enger Partner der USA. Im Zuge des US-Einmarsches in den Irak kam es zu Spannungen, da die Türkei die US-Truppen nicht von ihrem Gebiet aus angreifen ließ. Erdogans islamisch geprägte Regierung vertiefte außerdem die Beziehungen zum Iran, empfing Führer der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas und unterhielt enge Beziehungen zum Sudan.

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