Sie sind hier: Home > Politik > Ausland >

Dänische Zeitung entschuldigt sich

Mohammed-Karikaturen  

Dänische Zeitung entschuldigt sich

10.03.2010, 16:12 Uhr | dpa

Neuer erbitterter Streit um eine Mohammed-Karikatur in Dänemark: Die Kopenhagener Zeitung "Politiken" hat mit islamischen Organisationen einen "Vergleich" über die Veröffentlichung einer Zeichnung von Mohammed als Terrorist abgeschlossen und sich für die Kränkung von Muslimen entschuldigt.

Die meisten anderen dänischen Zeitungen und führende Politiker in Kopenhagen distanzierten sich von der Aktion des liberalen Blattes. Der für seine Zeichnung nur knapp einem Mordanschlag entgangene Karikaturist Kurt Westergaard meinte: "Das ist ein Kniefall vor den Islamisten und Ausverkauf unserer Meinungsfreiheit."

Mohammed mit Bombe als Turban

"Politiken" hatte die Karikatur mit Mohammed als Terroristen mit Bombe im Turban wie zahlreiche andere dänische Blätter wieder veröffentlicht, als Westergaard 2008 erstmals mit dem Tode bedroht wurde. Im Namen von acht islamischen Organisationen aus Ländern wie Saudi-Arabien, Ägypten und Libyen verlangte danach der saudi-arabische Anwalt Faisal Yamani Entschuldigungen von den dänischen Medien.

In großer Aufmachung

Politiken-Chefredakteur Tøger Seidenfaden meinte über die Einigung mit Fasani auf einen in seinem Blatt in großer Aufmachung wiedergegebenen Vergleich: "Bei uns ist die Debatte um den Islam vom Fehlen jeden Dialogs und fehlendem Verständnis für die Sichtweise der anderen geprägt. Hier wollten wir etwas tun."

Erstveröffentlichung 2006

Anfang 2006 hatte die Erstveröffentlichung der Zeichnung in der Zeitung "Jyllands-Posten" zusammen mit elf weiteren Karikaturen zu massiven Protesten in der islamischen Welt geführt. Dabei starben mehr als 150 Menschen. Der Chefredakteur von "Jyllands-Posten", Jørn Mikkelsen, sagte über die Aktion der im selben Verlage erscheinenden "Politiken": "Sie versagt im Kampf für die Meinungsfreiheit und legt sich platt. Man gibt auf, man beugt sich Drohungen. Es ist beschämend."

Kritik von Politikern

Ähnlich äußerten sich die meisten dänischen Politiker von der rechtspopulistischen DVP bis zu den Volkssozialisten. Die als Mehrheitsbeschafferin für Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen einflussreiche DVP-Chefin Pia Kærsgaard sagte: "Hier wird die Meinungsfreiheit des Westens verkauft. Man kann sich nicht scharf genug distanzieren." Als einer der wenigen Stimmen zugunsten von "Politiken" meinte Ex-Außenminister Uffe Ellemann-Jensen: "In einer konfliktreichen Welt stecken viele eingezwängt in ihrer Ecke. Es wäre gut, wenn viel mehr wie in diesem Fall versucht würde, zu gegenseitigem Verständnis zu gelangen."

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal