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Steinigungs-Urteil: Keine Ausreise für zum Tode verurteilte Iranerin

Keine Ausreise für zum Tode verurteilte Iranerin

13.08.2010, 14:56 Uhr | AFP

Steinigungs-Urteil: Keine Ausreise für zum Tode verurteilte Iranerin. Der Iranerin Sakine Mohammadi Aschtiani droht im Iran die Todesstrafe durch Steinigung. Ihr Schicksal löst weltweit Proteste aus (Foto: AFP)

Der Iranerin Sakine Mohammadi Aschtiani droht im Iran die Todesstrafe durch Steinigung. Ihr Schicksal löst weltweit Proteste aus (Foto: AFP)

Der Iran will die zum Tod durch Steinigung verurteilte Sakine Mohammadi Aschtiani nicht nach Brasilien ausreisen lassen. "Der Prozess betrifft Iraner, warum sollten andere Länder daran beteiligt sein?", sagte der iranische Botschafter in dem südamerikanischen Land, Moschen Schatersadeh, der Nachrichtenagentur Agencia Brasil. Brasiliens Präsident Luiz Inacio Lula da Silva hatte Ende Juli angeboten, die Frau in seinem Land aufzunehmen.

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Die iranische Regierung sei sich sicher, dass Lula sich nicht in iranische Angelegenheiten einmischen wolle, sagte Schatersadeh. "Er handelte aus menschenfreundlichen Beweggründen."

Es gebe jedoch Vergehen, die im Einklang mit den iranischen Gesetzen und den moralischen und kulturellen Vorstellungen des Landes behandelt würden. Zudem habe der Iran keine offizielle schriftliche Anfrage erhalten.

Bundesregierung gegen Vollstreckung

Derweil forderte auch die Bundesregierung den Iran auf, die Todesstrafe gegen die 43-Jährige nicht zu vollstrecken. "Die Bundesregierung setzt sich für eine weltweite Abschaffung der Todesstrafe ein", sagte ein Sprecher des Außenministeriums der "Welt". "Steinigung ist eine zutiefst inhumane und menschenrechtsverachtende Hinrichtungsmethode, die wir auf das Schärfste verurteilen. Die Vollstreckung der Strafe im Fall von Sakine Mohammadi Aschtiani darf daher nicht nur ausgesetzt, sondern muss ganz aufgehoben werden", forderte der Sprecher.

"Schwer geschlagen und gefoltert"

Zuvor hatte Aschtiani in einer Sendung des staatlichen iranischen Fernsehens am Mittwochabend zugegeben, dass ihr Liebhaber ihr vorgeschlagen habe, ihren Ehemann zu töten. Sie sei dann bei dem Mord selbst zugegen gewesen. Die Frau, die sich in Aseri - einer Turksprache - äußerte, war nicht zu erkennen. Sie trug einen schwarzen Tschador, der nur ihre Nase und ein Auge frei ließ. Aschtianis Anwalt sagte anschließend, seine Mandantin sei zwei Tage lang "schwer geschlagen und gefoltert" worden, um sie zu dem Geständnis vor laufender Kamera zu zwingen. Das Steinigungsurteil wegen Ehebruchs gegen die 43-Jährige hatte weltweit Proteste ausgelöst.

Die Frau sitzt nach Angaben ihres Anwalts seit zwei Jahren im nordwestiranischen Tabris im Gefängnis. Laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International wurde sie 2006 oder 2007 verurteilt und erhielt bereits 99 Peitschenhiebe als Strafe.

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