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Jemen startet Jagd auf Bombenbauer

Jemen startet Jagd auf Bombenbauer

03.11.2010, 09:51 Uhr | dpa

Jemen startet Jagd auf Bombenbauer. Jemenitisches Militär soll den von den USA gesuchten Hassprediger Anwar al-Awlaki  und den mutmaßlichen Bombenbauer Ibrahim Hassan al-Asiri fassen (Fotos: dpa / INTELCENTER)

Jemenitisches Militär soll den von den USA gesuchten Hassprediger Anwar al-Awlaki und den mutmaßlichen Bombenbauer Ibrahim Hassan al-Asiri fassen (Fotos: dpa / INTELCENTER) (Quelle: dpa)

Nach den versuchten Paketbombenanschlägen hat der Jemen eine großangelegte Militäroperation gegen Top-Terroristen gestartet. Ziel ist es, den von den USA gesuchten Hassprediger Anwar al-Awlaki und den mutmaßlichen Bombenbauer Ibrahim Hassan al-Asiri zu fassen. Der aus Saudi-Arabien stammende Al-Asiri soll die Paketbomben hergestellt haben, die in Luftfrachtpaketen aus dem Jemen entdeckt wurden.

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Mit ihrer Offensive wollen die Jemeniten nach Ansicht von Beobachtern eine mögliche Intervention amerikanischer Anti-Terror-Sondereinsatzkommandos im Jemen verhindern. US-Präsident Barack Obama hatte den US-Sicherheitsdiensten und der Armee im vergangenen April die Erlaubnis erteilt, Al-Awlaki zu töten, weil dieser mehrere Terroristen zu Anschlägen ermutigt haben soll.

Die jemenitische Armee kämpft in der südlichen Provinz Abjan bereits seit Wochen gegen Al-Kaida-Zellen. Einige Terroristen aus Saudi-Arabien, die sich in dem Bezirk Lawdar verschanzt hatten, haben sich inzwischen gestellt.

Prozess gegen Todesschützen

In der Hauptstadt Sanaa begann am Dienstag zudem ein Prozess gegen einen jungen Todesschützen, in dem auch Al-Awlaki und sein Cousin, Othman al-Awlaki, angeklagt sind. Der 19 Jahre alte Hischam Mohammed Asem hatte am 6. Oktober in Sanaa einen Franzosen erschossen und einen Briten verletzt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der junge Mann, der für eine Sicherheitsfirma gearbeitet hatte, von Al-Awlaki per E-Mail den Befehl erhalten haben, "Ausländer zu töten".

Die von westlichen Ländern gegen den Jemen verhängten Flugverbote kritisierte ein Regierungssprecher in Sanaa unterdessen als "hastige und übertriebene Reaktion". Dies schade auch Jemens Anstrengungen im Kampf gegen den Terrorismus. Sein Land werde dennoch weiterhin der Zusammenarbeit mit der internationalen Gemeinschaft beim Kampf gegen den Terrorismus verpflichtet bleiben.

Viele Länder verschärfen Sicherheitsmaßnahmen im Flugverkehr

Vier Tage nach dem Fund der beiden Paketbomben aus dem Jemen haben Deutschland, aber auch Großbritannien, die Niederlande und Kanada die Sicherheitsmaßnahmen im Flugverkehr verschärft. Die Deutsche Flugsicherung wurde vom Bundesverkehrsministerium angewiesen, direkte und indirekte Flüge aus dem Jemen bis auf weiteres nicht mehr in den deutschen Luftraum einzulassen. Vorher war lediglich der Transport von Luftfracht aus dem Jemen untersagt worden.

Die Weltluftfahrtorganisation IATA mahnte unterdessen weitere Verbesserungen bei der Sicherheit im Luftverkehr an. Die Lage sei heute zwar besser als bei den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA, sagte IATA-Generalsekretär Giovanni Bisignani bei einer Sicherheitskonferenz der Branche in Frankfurt/Main. "Aber es muss mehr gemacht werden." Der jüngste Vorfall habe gezeigt, dass Luftfahrt-Industrie und Regierungen eng zusammenarbeiten müssten.

Al-Kaida unternahm Probelauf für Anschläge

Nach einem Bericht des US-Fernsehsenders ABC hat das Terrornetz Al-Kaida schon Mitte September Möglichkeiten eines Anschlags in den USA durch Luftfracht getestet. Bei dem Testlauf seien Haushaltsgüter, religiöse Literatur und eine Computer-CD vom Jemen an eine Adresse in Chicago gesandt worden. Die Sendung sei entdeckt und durchsucht worden. Sie sei aber weitergeleitet worden, weil die Fracht keinen Sprengstoff enthalten habe.

De Maizière für eine europäische Zusammenarbeit

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) setzt zur Verbesserung der Sicherheit im Luftverkehr auf eine europäische Zusammenarbeit. Das Problem dabei seien die unsicheren Herkunftsländer, sagte er beim Besuch eines Paketumschlagzentrums auf dem Flughafen Köln/Bonn. Dort war eine Paketbombe umgeschlagen worden, die am vergangenen Freitag auf einem Flughafen in Mittelengland aufgespürt wurde. Eine zweite Paketbombe war in Dubai entdeckt worden.

"Die Zuverlässigkeit der Drittstaaten und deren Kontrolle werden wir zu überprüfen haben", sagte de Maizière. Deutschland sei vor allem Umschlagplatz für Pakete aus dem Ausland, die in andere Länder weitergeflogen würden. Würde man diese in Deutschland auch noch alle genau kontrollieren, "dann würde der internationale Frachtverkehr zusammenbrechen".

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