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Toulouse: Bruder des Attentäters ist "stolz"

Bruder des Toulouse-Attentäters ist "stolz"

24.03.2012, 14:32 Uhr | dpa, dapd, AFP

Toulouse: Bruder des Attentäters ist "stolz". Mohamed Merah tötete sieben Menschen. Sein Bruder gab nun an, "stolz" auf die Taten des Attentäters zu sein (Quelle: Reuters)

Mohamed Merah tötete sieben Menschen. Sein Bruder gab nun an, "stolz" auf die Taten des Attentäters zu sein (Quelle: Reuters)

Der ältere Bruder des Attentäters von Toulouse hat nach Informationen aus Polizeikreisen während seiner Vernehmung gesagt, er sei "stolz" auf die Taten von Mohamed Merah. Der 29-jährige Abdelkader Merah sei zudem während des Diebstahls des Motorrollers anwesend gewesen, mit dem sein Bruder unterwegs war, als er in Toulouse und Montauban sieben Menschen erschoss, hieß es aus Polizeikreisen. Diese beschrieben den Bruder des Attentäters als streng religiös.

Der Bruder war bereits vor einigen Jahren von der Polizei vernommen worden, weil er Kontakt zu einem Netzwerk gehabt haben soll, das Jugendliche aus der Region von Toulouse in den Irak schickte.

Der 29-Jährige und seine Lebensgefährtin befinden sich noch bis Sonntag in Polizeigewahrsam. Am Samstag wurden sie aus Toulouse in die für den Anti-Terror-Kampf zuständige Unterdirektion der Polizei am Rande von Paris gebracht.

"Er war schon immer labil"

Nach Angaben seines Onkels habe Mohamed Merah schon immer eine instabile Persönlichkeit besessen, sagte Ahmed A. dem französischen Nachrichtenmagazin "Le Point". Der Bruder der Mutter Merahs sprach den Opfern sein Beileid aus. Religion habe mit den Attacken nichts zu tun gehabt, sagte er. Merah habe sich da ganz allein hineingesteigert. "Er war schon immer labil."

Als er hörte, der Mörder greife Nordafrikaner und Juden an, habe er Angst gehabt. "Ich dachte, ich könnte der nächste sein", sagte der Onkel. "Ich hätte niemals gedacht, dass Mohamed der Serienmörder ist." Ahmed A. fügte hinzu, er habe die Identität des Verdächtigen aus dem Fernsehen erfahren.

Anwalt: Mutter von Attentäter hat Schuldgefühle

Die Mutter des Attentäters kämpft nach Angaben ihres Anwalts mit Schuldgefühlen. Zoulhika Aziri frage sich, ob sie die Taten ihres 23-jährigen Sohns Mohamed Merah hätte verhindern können, sagte ihr Anwalt Jean-Yves Gougnaud am Samstag. Seine Klientin sei wütend auf ihren Sohn und frage sich, warum er ihr dies angetan habe. Sie habe zudem Angst vor Racheakten und wolle deshalb im Moment nicht nach Hause zurückkehren.

Nach Angaben des Anwalts waren die drei Tage in Polizeigewahrsam sehr schwer für die Frau, die am Mittwoch festgenommen und am Freitagabend wieder auf freien Fuß gesetzt worden war. Sie habe jedoch mit der Polizei kooperiert, versicherte der Anwalt.

Attentäter tötete sieben Menschen

Der 23-jährige Mohamed Merah war während seiner Taten allein, doch besteht der Verdacht, dass er Unterstützung von anderen erhielt. Merah soll zwischen dem 11. und dem 19. März in Toulouse und Montauban drei Soldaten sowie einen Rabbiner und drei jüdische Kinder erschossen haben. Er wurde am Donnerstag nach 32-stündiger Belagerung seiner Wohnung von der Polizei erschossen.

Regierung weist Kritik an Polizeiaktion zurück

Die französische Regierung hat die Kritik an dem Polizeieinsatz unterdessen als parteipolitisch motiviert zurückgewiesen. Er rufe alle Beteiligten zu Würde und Respekt auf, sagte Innenminister Claude Guéant der Tageszeitung "Le Figaro". Man dürfe nicht vergessen, dass es sieben Opfer gebe, darunter drei Kinder. "Es ist inakzeptabel, die Effizienz der Polizei zu hinterfragen", sagte der Minister. Guéant hatte den Einsatz beaufsichtigt.

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Das Drama von Toulouse und Montauban sei eine Erinnerung an die Terrorgefahr, die immer noch über dem Land schwebe, sagte Guéant der Zeitung. Frankreich sei noch niemals zuvor mit einem solchen Einzelattentäter konfrontiert worden. Es sei daher für die Sicherheitskräfte sehr schwierig gewesen, die Handlungen dieses "einsamen Wolfs" vorherzusagen.

"Er kam raus wie der Teufel aus der Kiste."

Guéant wies auch den Vorwurf von Sicherheitsexperten zurück, die Polizei habe es verabsäumt, Merah mit Gas außer Gefecht zu setzen. Der Attentäter hatte sich 32 Stunden lang in seiner Wohnung verschanzt. Der Einsatz von Gas werde von internationalen Konventionen verboten, stellte der Minister klar. Die Polemik komme von Leuten ohne Kenntnis der Lage.

Merah habe gesagt, er wolle den Märtyrertod, erzählte der Chef des Polizei-Einsatzkommandos, Amaury de Hautecloque, dem "Figaro". "Er wollte zu Allah und seinen 72 Jungfrauen." Es habe keine andere Möglichkeit gegeben, als ihn zu töten. "Er kam raus wie der Teufel aus der Kiste."

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