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Mohamed Merah: Vater des Toulouse-Attentäters will Frankreich verklagen

Vater des Toulouse-Attentäters will Frankreich verklagen

27.03.2012, 10:40 Uhr | AFP, dpa

Mohamed Merah: Vater des Toulouse-Attentäters will Frankreich verklagen. Der Attentäter Mohamed Merah wollte nach eigenen Angaben noch mehr Kinder töten (Quelle: AP/dpa)

Der Attentäter Mohamed Merah wollte nach eigenen Angaben noch mehr Kinder töten (Quelle: AP/dpa)

Der Vater des Serien-Attentäters Mohamed Merah will Frankreich wegen der Tötung seines Sohns verklagen. Das kündigte er von seinem Wohnsitz in Algerien aus an. Die Sicherheitsbehörden hätten seinen Sohn lebendig fassen müssen, kritisierte er. Die Familie streitet sich derweil darüber, wo Merah bestattet werden soll.

Während einer der Brüder eine Beisetzung in Frankreich befürworte, wollen Mutter und Vater den Leichnam ihres Sohnes nach Algerien überführen lassen, sagte ein Vertreter der muslimischen Organisation CRCM.

Polizei erhält Anschlagsvideos

Merah soll seinem Bruder gesagt haben, er wolle in seinem Geburtsland Frankreich beigesetzt werden. Algerien ist lediglich das Herkunftsland der Eltern. Die Mutter befürchtet, dass das Grab ihres Sohnes in Frankreich geschändet werden könnte.

Die französische Polizei ist inzwischen in den Besitz von Videoaufzeichnungen der tödlichen Anschläge gekommen. Der arabische Fernsehsender Al-Dschasira habe den Behörden Kopien der Videos zukommen lassen, hieß es aus Polizeikreisen. Den Angaben zufolge zeigen die Aufnahmen einen Zusammenschnitt mehrerer Morde des 23-jährigen Attentäters. Demnach ist das Video mit Musik unterlegt und mit Versen aus dem Koran besprochen.

Radikalisierung über das Internet

Merah hatte bei drei Attentaten insgesamt sieben Menschen erschossen, darunter drei Kinder und einen Lehrer vor einer jüdischen Schule. Er wurde am vergangenen Donnerstag nach mehr als 30-stündiger Belagerung seiner Wohnung von Elitepolizisten erschossen. Zuvor hatte er sich selbst als Mudschahedin (Gotteskrieger) bezeichnet und erklärt, dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahezustehen.

Weitere Nachrichten und Links

Merah gehörte nach derzeitigem Stand der Ermittlungen aber weder zu einer Terrorgruppe, noch besuchte er ein Trainingscamp in Afghanistan. "Nach unserer Kenntnis gab es keine Zelle", sagte Staatschef Nicolas Sarkozy in einem Radiointerview. "Er hat kein Ausbildungslager absolviert, er war an keiner religiösen Hochschule und er hat sich nicht an terroristischen Handlungen beteiligt." Merah habe sich über das Internet selbst radikalisiert, sagte Sarkozy.

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