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Grillo gibt Italien nur noch sechs Monate

Grillo gibt Italien nur noch sechs Monate

02.03.2013, 11:43 Uhr | dpa

Grillo gibt Italien nur noch sechs Monate. Querdenker: Der italienische Politiker und Komiker Beppe Grillo. (Quelle: Reuters)

Querdenker: Der italienische Politiker und Komiker Beppe Grillo. (Quelle: Reuters)

Der italienische Komiker und Politiker Beppe Grillo sagt seinem Land den Kollaps binnen einem halben Jahr voraus. Gleichzeitig wirft er dem SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück schlechte Manieren vor und bezeichnete ihn als Flegel.

"Ich gebe den alten Parteien noch sechs Monate - und dann ist hier Schluss", sagte der große Gewinner der Wahlen in Italien dem Magazin "Focus". "Dann können sie die Renten nicht mehr zahlen und auch die öffentlichen Gehälter nicht mehr." Den Altparteien unterstellte er, keine ernsthaften Reformen zu wollen. "Sie bluffen nur, um Zeit zu gewinnen."

"Bei 100 Milliarden Euro Zinsen sind wir tot"

Italien werde von seinen Staatsschulden erdrückt und müsse daher die Kredite neu aushandeln. "Wenn die Zinsen 100 Milliarden Euro pro Jahr betragen, sind wir tot", sagte Grillo. Wenn sich die Bedingungen nicht änderten, solle Italien den Euro aufgeben. 

Das Linksbündnis um Pier Luigi Bersani hatte zwar die Mehrheit der Sitze im Abgeordnetenhaus errungen, im Senat hatte aber das Rechtsbündnis seines Rivalen Silvio Berlusconi aufgetrumpft. Damit kann kein Bündnis allein regieren.

"Sie werden das nie tun"

Eine Koalition will Grillo mit keinem von beiden. "Wenn die PD Bersanis und Berlusconis PdL vorschlagen würden: sofortige Änderung des Wahlgesetzes, Streichung der Wahlkampfkostenerstattung, maximal zwei Legislaturperioden für jeden Abgeordneten - so eine Regierung würden wir selbstverständlich sofort unterstützen", sagte er. "Aber sie werden das nie tun."

Grillo zeigte sich erleichtert, dass seine Bewegung nicht gleich eine Regierungsmehrheit bekommen hat. "Das hier ist jetzt die Generalprobe", sagte er. "Wir wären vielleicht etwas besorgt gewesen, wenn wir gleich die Mehrheit bekommen hätten."

Steinbrück muss erneut einstecken

Auch Steinbrück bekommt von Grillo sein Fett weg. Mit seinen Äußerungen zum Wahlausgang in Italien habe Steinbrück "alle Italiener beleidigt", sagte Grillo der "Bild am Sonntag" und fügte hinzu: "Steinbrück hat sich benommen wie ein Flegel."

Der SPD-Politiker hatte Grillo wie auch den ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi als "Clowns" bezeichnet. Dazu merkte Grillo an: "Ich bin ein Komiker, aber kein Clown." Eine Entschuldigung erwarte er jedoch nicht. "Die interessiert mich gar nicht."

Ausdrücklich lobte er jedoch den italienischen Staatspräsidenten Giorgio Napolitano, der Steinbrück wegen dessen Äußerungen von einem Abendessen ausgeladen hatte: "Ich fühle mich da sehr gut in Schutz genommen von meinem Staatspräsidenten. Das hat er schon ganz richtig gemacht, dass er Steinbrück nicht empfangen hat."

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