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Boris Beresowski: Todesfall sorgt für Spekulationen

Todesfall Beresowski sorgt für wilde Spekulationen

25.03.2013, 08:33 Uhr | t-online.de

Boris Beresowski: Todesfall sorgt für Spekulationen. Boris Beresowski wurde in seinem Badezimmer tot aufgefunden. (Quelle: AFP)

Boris Beresowski wurde in seinem Badezimmer tot aufgefunden. (Quelle: AFP)

Die Gerüchte um den Tod des russischen Öl-Tycoon Boris Beresowski treiben in England Blüten. Die Polizei hofft, dass die Ergebnisse der Obduktion Klarheit bringen. Die Aussagen seines Leibarztes werfen derweil einen Schatten auf Russlands Präsidenten Wladimir Putin.

Der "Guardian" berichtet, ein Bodyguard habe die Leiche des 67-Jährigen im Badezimmer gefunden. Die Tür zum dem Raum sei von innen verschlossen gewesen, es habe keine Anzeichen auf ein gewaltsames Eindringen gegeben. Beresowski habe auf dem Boden gelegen, ein Schal neben ihm.

Bislang schließt die Polizei das Einwirken Dritter aus. Eine Untersuchung des Anwesens in Ascot bei London auf radioaktive Stoffe sei negativ gewesen. Die Befragung von Freunden des Oligarchen soll nun Auskunft über dessen Gemütszustand bringen.

Leibarzt: "Kreml wollte ihn zerstören"

Der "Mirror" zitiert einen solchen Freund. Sein Leibarzt und Freund Dr. Felschtinksi sagte, Beresowski habe um seine Sicherheit gefürchtet, weil der Kreml "zum Ziel hatte, ihn zu zerstören - als Beispiel für jeden Gegner von Wladimir Putin".

Beim letzten Besuch habe sein Patient "keine Hinweise gegeben, suizidgefährdet zu sein. Er war ein Kämpfer, Selbstmord war nicht Teil seiner DNA".

Machten Geldprobleme den Ex-Milliardär depressiv?

Beresowskis Sprecher, Lord Bell, widersprach dieser Darstellung jedoch. Beresowski sei schon seit Monaten depressiv gewesen, auch wegen finanzieller Schwierigkeiten. Der Mann, der 1997 noch als reichster Mann der Welt galt, hatte in den letzten Jahren viel Geld verloren.

Alleine im letzten Jahr hatte Beresowski einen langwierigen Prozess gegen Roman Abramowitsch verloren, der ihn über 150 Millionen Euro an Anwaltshonoraren kostete. Zudem erstritt seine Ex-Frau Jelena Gorbunowa angeblich über 200 Millionen Euro.

Sein Milliarden-Vermögen sei kontinuierlich geschrumpft, berichten mehrere englische Medien. Zuletzt hatte er sogar Teile seiner Kunstsammlung veräußert, dem Vernehmen nach zur Finanzierung offener Rechnungen.

Wichtiger Zeuge im Litvinenko-Fall

Besondere Brisanz erhält sein Tod auch, weil Beresowski als einer der wichtigsten Zeugen im Mordfall Alexander Litvinenko aussagen sollte. Der Prozess soll im April beginnen. Der ehemalige KGB-Agent Litvinenko war 2006 an einer durch Polonium verursachten Strahlenkrankheit gestorben.

Eine solche Ursache konnte die Polizei bei Beresowski definitiv ausschließen. Dennoch warten die Ermittler gespannt auf die Ergebnisse der Obduktion. Sie soll den Spekulationen ein Ende bereiten.

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