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Boston-Anschlag: Drei weitere Festnahmen

Drei weitere Festnahmen nach Boston-Anschlag

01.05.2013, 21:42 Uhr | AFP, dpa

Boston-Anschlag: Drei weitere Festnahmen. Bombenanschlag auf den Boston-Marathon (Quelle: Reuters)

Bei dem Anschlag auf den Boston-Marathon starben am 15. April drei Menschen. Mehr als 260 wurden verletzt (Quelle: Reuters)

Gut zwei Wochen nach den Bombenanschlägen auf den Boston-Marathon haben die Ermittler drei junge Männer festgenommen, die Spuren der Attentäter vertuscht haben sollen. Die US-Justiz leitete ein Strafverfahren gegen zwei Studenten aus Kasachstan und einen US-Bürger ein. Ihnen wird Verschwörung zur Behinderung der Ermittlungen sowie vorsätzliche Falschaussage zur Last gelegt.

Nach Angaben des US-Justizministeriums sollen zwei 19-jährige Kasachen nach den Anschlägen unter anderem einen Laptop und einen Rucksack mit Feuerwerk aus dem Wohnheim-Zimmer des mutmaßlichen Bombenlegers Dschochar Zarnajew entfernt haben. Ihnen droht eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren. Der ebenfalls 19-jährige US-Bürger wird beschuldigt, die Ermittler angelogen zu haben. Er könnte für bis zu acht Jahre hinter Gitter kommen.

Keine Gefahr für die Öffentlichkeit

Die jungen Männer waren laut US-Medien Freunde von Dschochar Zarnajew, der an der Universität Massachusetts-Dartmouth studierte. Den Angaben zufolge wurden die Kasachen wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Einwanderungsbestimmungen bereits seit dem 20. April festgehalten. Der US-Bürger sei später festgenommen worden. Von dem Anschlag sollen die Verdächtigen im Vorfeld aber nichts gewusst haben. Die Bostoner Polizei teilte über den Online-Kurznachrichtendienst Twitter mit, dass keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit bestehe.

Bei zwei Explosionen nahe der Ziellinie des Bostoner Marathons waren am 15. April drei Menschen getötet und mehr als 260 verletzt worden. Als mutmaßliche Täter identifizierten die Ermittler Dschochar Zarnajew und seinen älteren Bruder Tamerlan. Das aus einer tschetschenischen Familie stammende Brüderpaar lebte seit Jahren legal in den USA. Tamerlan wurde auf der Flucht getötet, Dschochar schwer verletzt gefasst.

Auch die Mutter war im Visier der Ermittler

Die US-Sicherheitsbehörden hatten erklärt, dass es sich bei den Brüdern offenbar um selbstradikalisierte Einzeltäter handelt. Verbindungen zu internationalen Terrorgruppen wie Al-Kaida seien wenig wahrscheinlich.

Die US-Bundespolizei FBI untersuchte in den vergangenen Tagen allerdings, ob das Brüderpaar womöglich Komplizen oder Mitwisser hatte. Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im Repräsentantenhaus, der Republikaner Mike Rogers, hatte dem Fernsehsender ABC am Wochenende gesagt, dass die Ermittler "Personen von Interesse" im Visier hätten.

Nach Angaben aus dem Kongress interessierten sich die Ermittler auch für die Mutter der mutmaßlichen Bombenleger, die in der russischen Kaukasus-Republik Dagestan lebt. Dabei nahmen sie einen sechsmonatigen Kaukasus-Aufenthalt von Tamerlan Zarnajew im vergangenen Jahr unter die Lupe. Auch die Witwe von Tamerlan wurde überprüft.

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