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Proteste in Istanbul fordern über 100 Verletzte

Türkische Regierung will Proteste in Tränengas ersticken

01.06.2013, 13:48 Uhr | dpa

Proteste in Istanbul fordern über 100 Verletzte . Die Demonstrationen in Istanbul sind in Krawalle gemündet (Quelle: Reuters)

Die Demonstrationen in Istanbul sind in Krawalle gemündet (Quelle: Reuters)

Mit der gewaltsamen Räumung eines Protestcamps in einem Istanbuler Park hat die türkische Regierung eine Protestwelle ausgelöst. Zehntausende wütende Bürger demonstrierten in der türkischen Metropole rund um den zentralen Taksim-Platz bis in die Nacht, während die Polizei Wasserwerfer und Tränengas einsetzte. Am Morgen liefern Demonstranten der Polizei unter anderem auf der Haupt-Einkaufsstraße Istiklal, Zusammenstöße werden aus mehreren Stadtteilen gemeldet.

Die Polizei gab die Zahl der Festgenommenen mit 63 an. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International sprach von mehr als 100 Verletzten. Von diesen wurden nach offiziellen Angaben zwölf im Krankenhaus behandelt, darunter eine Frau mit einem Schädelbruch.

Erdogan will hart bleiben

Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan will hart gegen die Oppositionellen durchgreifen. Der Taksim-Platz dürfe "kein Ort sein, an dem Extremisten machen können, was sie wollen." Die Polizei werde weiter präsent bleiben - Kritiker bezeichnen das Vorgehen der Polizei als unnötig brutal.

Die Beamten setzte am Abend so viel Tränengas ein, dass die Luft auch in den angrenzenden Stadtteilen gasgeschwängert war. Einige der vorwiegend jungen Demonstranten zündeten auf einer Hauptstraße zum Taksim-Platz Einfassungen und Container der Baufirmen an, die dort ein umstrittenes Einkaufszentrum bauen. Die Protestierenden riefen: "Die Regierung soll zurücktreten!" Demonstranten berichteten, dutzende Verletzte seien von Krankenwagen weggebracht worden.

Auch Konflikt in Ankara

Nach dem Konflikt um das Protestcamp hatten in mehreren Städten der Türkei Tausende Menschen gegen Polizeigewalt und gegen Erdogan protestiert. In der Hauptstadt Ankara setzte die Polizei Tränengas ein, um Demonstranten vor der Zentrale der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP zu vertreiben.

Mit dem Camp hatten die Demonstranten seit Anfang der Woche versucht zu verhindern, dass Grünflächen für den Bau eines Einkaufszentrums mit Wohngebäuden zerstört werden. In Oppositionskreisen hatte sich zuletzt viel Wut über die Politik der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP angestaut, die aus Sicht ihrer Gegner immer weniger Rücksicht auf die Interessen Andersdenkender nimmt. 

TV-Sender berichten nur zurückhaltend

Menschenrechtsorganisationen kritisierten, die Polizei sei übertrieben gewalttätig gegen die friedlichen Campbewohner vorgegangen. Viele Demonstranten waren wütend. "Ich bin Anwalt. Hier sieht man, wie der islamische Faschismus von Erdogan funktioniert", sagte ein aufgebrachter Demonstrant in der Nacht. Viele türkische Fernsehsender berichteten auffällig zurückhaltend über die Demonstrationen.

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