Sie sind hier: Home > Politik > Ausland > Terrorismus >

Terrorangst und NSA-Spionage: Kommt die Bedrohung zur rechten Zeit?

Kommt den USA die Terrorangst zur rechten Zeit?

05.08.2013, 09:04 Uhr | dpa, AP, rtr, AFP, je

Terrorangst und NSA-Spionage: Kommt die Bedrohung zur rechten Zeit?. Aus Terrorangst streng bewacht: Westliche Botschaften im Jemen (Quelle: dpa)

Streng bewacht: Westliche Botschaften im Jemen (Quelle: dpa)

Die Terrorangst scheint riesig zu sein, wenn die USA mehr als 20 ihrer Vertretungen in aller Welt eine ganze Woche zusperren. Doch kommen die Terrorwarnungen in der NSA-Affäre nicht gerade zur rechten Zeit? US-Behörden sprechen von reinen Vorsichtsmaßnahmen, US-Politiker sagen, die Bedrohung sei so groß wie seit Jahren nicht mehr - womöglich die größte seit 9/11.

Bis kommenden Samstag lassen die USA ihre Botschaften und Konsulate in 19 Städten der islamischen Welt und vier afrikanischen Staaten bis kommenden Samstag geschlossen. US-Nachrichtendienste hatten nach Angaben von Washingtoner Regierungsbeamten geheime Nachrichten zwischen führenden Mitgliedern des Terrornetzwerkes Al-Kaida abgefangen. Darin sei es um Terroranschläge auf amerikanische Einrichtungen gegangen. Mehrere der Beamte beschrieben die Terrorbedrohung nach Medienberichten als "ernst".

Nach Angaben des Senders ABC News sollen Terroristen in einem abgehörten Gespräch gesagt haben, dass die geplante Attacke "groß" und "strategisch bedeutend" sein werde. Der Republikaner Saxby Chambliss, der stellvertretender Vorsitzender des Geheimdienstausschusses des Senats ist, sprach von der schwersten Terrorbedrohung seit Jahren.

Anders als am 11.September 2001

In einer NBC-Sendung zog er Parallelen zu Erkenntnissen vor den Attacken vom 11. September 2001. Damals habe man nicht die nötigen Konsequenzen gezogen, "aber jetzt, glaube ich, dass es sehr wichtig ist, dass wir die richtigen Pläne machen." Weitere Mitglieder des US-Kongresses sprachen am Sonntag in Fernseh-Talkshows ebenfalls von der schwersten Bedrohungslage seit Jahren.

Aus dem amerikanischen Außenministerium klingt das Ganze allerdings weit weniger gefährlich. Sprecherin Jen Psaki erklärte die Maßnahme am Sonntag in Washington mit "höchster Vorsicht", die aber nicht "Ergebnis eines neuen Hinweises auf eine Bedrohung" sei. Die Schließung der Botschaften und Konsulate sei "lediglich ein Zeichen unserer Verpflichtung, vorsichtig zu sein und die angemessenen Schritte zu tun, um unsere Mitarbeiter, einschließlich unserer einheimischen Beschäftigten, und Besucher unserer Einrichtungen zu schützen".

Hat die NSA das Komplott aufgedeckt?

Das Abfangen elektronischer Kommunikation ist eine der Hauptaufgaben des US-Geheimdienstes NSA, dessen massive Spähprogramme US-Whistleblower Edward Snowden enthüllt hatte. Der "New York Times" zufolge deuteten Analysten und Kongressmitarbeiter an, eine Terrorbedrohung zum jetzigen Zeitpunkt sei ein guter Weg, von der Kritik an den NSA-Programmen abzulenken.

Es könne darüber hinaus deutlich gemacht werden, dass die NSA-Aktivitäten ein mögliches Terrorkomplott aufgedeckt hätten. Der prominente republikanische Senator Lindsey Graham sagte am Sonntag dem Sender CNN, die jüngste Entwicklung zeige, wie wichtig es sei, die Spionageprogramme fortzusetzen.

Adam Schiff, Abgeordneter der Demokraten und Mitglied des Geheimdienstausschusses, sagte hingegen, es gebe keine Beweise, dass die jüngste Warnung mit Hilfe der enormen Datensammlung der NSA bekannt geworden seien. Andere Abgeordnete wie Dutch Ruppersberger, führender Demokrat im Geheimdienstausschuss, lobten die Arbeit der NSA. Ihre Aufgabe sei es, Informationen zu sammeln, "um uns zu beschützen".

Hauptaugenmerk: Jemen

Besonderes Augenmerk galt am Wochenende jedenfalls der Botschaft im Jemen. Dort ist die Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel aktiv - aus Sicht der USA eine der gefährlichsten Gruppen des Terrornetzwerks. Auch Deutschland schloss seine dortige Botschaft. Das US-Außenministerium hat darüber hinaus eine globale Reisewarnung an alle US-Brüger bis Ende August ausgesprochen und davor gewarnt, Al Kaida und ihre Verbündeten könnten Anschläge auf staatliche oder private US-Einrichtungen planen.

Bis kommenden Samstag, 10. August, bleiben diplomatische Einrichtungen der USA unter anderem in Ägypten, Jordanien, Libyen, Jemen, Saudi-Arabien und Kuwait geschlossen. Am Montag wieder geöffnet wurden dagegen die Vertretungen in Bagdad und Kabul. In Afrika bleiben darüber hinaus die Vertretungen in Burundi, Ruanda, Madagaskar und Mauritius geschlossen, teilte das State Department mit.

Der Abgeordnete Schiff sagte, die Breite der Botschaftsschließungen deute darauf hin, dass die US-Behörden eine Wiederholung der Unruhen und Angriffe auf US-Botschaften im vergangenen Jahr wie im libyschen Bengasi befürchteten, bei denen drei Amerikaner getötet wurden. Schiff verwies ausdrücklich auf das nahende Ende des Fastenmonats Ramadan als weiteren Gefahrenpunkt. "Es kommen also viel Dinge zusammen", sagte Schiff. "Aber ohne eine besondere konkrete Information ist das alles nicht genug."

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Mehr zu den Themen

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
UMFRAGE
Haben Sie Angst vor neuen Terroranschlägen?

Klingelbonprix.deOTTOCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Magenta Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2019