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Indische Rebellen nehmen Nashörner ins Visier

Jagd mit automatischen Waffen  

Indische Rebellen nehmen Nashörner ins Visier

19.11.2013, 14:18 Uhr | dpa

Indische Rebellen nehmen Nashörner ins Visier. Nashörner (Quelle: imago images/Anka Agency International)

Ihre Hörner machen die seltenen Tiere so begehrt, nicht einmal Junge sind sicher (Quelle: Anka Agency International/imago images)

Immer wieder fallen Schüsse, die etwa 1200 Wachleute und Wildhüter in Indiens Naturschutzgebiet Kaziranga haben einen sehr gefährlichen Job. Sie kämpfen im Bundesstaat Assam nicht nur gegen Wilderer, sondern müssen sich seit Monaten auch gegen Rebellen zur Wehr setzen. Die wiederum haben den illegalen Handel mit begehrten Körperteilen gefährdeter Tiere als Geldquelle entdeckt und nehmen rücksichtlos vor allem Nashörner ins Visier.

Die Nachfrage aus Südostasien und China boomt. "Früher war es nur China, aber seit es auch in Ländern wie Vietnam, Kambodscha oder Thailand eine reichere Schicht gibt, ist die Nachfrage gestiegen, und damit auch der Preis", sagt Bibhab Taldukar von der Internationalen Nashorn-Stiftung IRF. "Militante Gruppen sind von Entführung und Erpressung zum Raub an Naturschätzen übergegangen."

Begehrtes schwarzes Elfenbein

Nashörner sind besonders bedroht: Mindestens 44 wurden dieses Jahr in Assam abgeschlachtet, die höchste Zahl seit den frühen 90ern. Weltweit gibt es etwa 3000 Panzernashörner. 2300 von ihnen leben im 400 Quadratkilometer großen Kaziranga-Reservat. Die Banden verschonen nicht einmal Jungtiere.

Die Hörner - bekannt als "schwarzes Elfenbein" - bringen mehr als 60.000 Euro pro Kilogramm ein: verlockend für Wilderer. Sie gelten in der chinesischen Medizin als Aphrodisiakum und Allheilmittel und werden für alle gesundheitlichen Probleme vom Kater bis zum Krebs angewandt. Das begründet die Nachfrage, und dass die Tiere immer seltener werden, hat die Preise nach oben getrieben.

Rebellen und Syndikate arbeiten zusammen

Mehrere Gruppen von Aufständischen arbeiten nach Angaben der Polizei mit internationalen Wilderer-Syndikaten zusammen. Die Rebellen kommen oft aus Indiens sozial benachteiligten indigenen Stammesvölkern. Sie jagen die Tiere mit automatischen Waffen, wie Chef-Wildhüter Seal Sarma erklärt.

Skrupellosigkeit und Gier seien "eine sehr ernste Bedrohung". Manche schneiden den Nashörnern sogar bei lebendigem Leib die Hörner ab, berichten die Wildhüter.

Wilderei bringt satte Gewinne

"Sie verkaufen die Hörner, um Waffen zu kaufen", sagt Sarma. Andere Gruppen von Aufständischen, die Waffenstillstände geschlossen haben, wilderten nur, um Gewinne zu machen.

Auch sieben Königstiger wurden Behörden zufolge in Kaziranga getötet. Tierschützer befürchten, dass die wahre Zahl viel höher sein könnte. "Jedes Teil eines Tigers bringt gutes Geld, nichts wird zurückgelassen, es gibt keine Spuren", klagt Prahlad Baruah von der Kaziranga Foundation.

Klauen, Knochen und Haare

Ebenfalls im Visier haben die Wilderer: Elefanten wegen ihrer Stoßzähne, Leoparden und Bären wegen ihrer Klauen, Knochen, Fell und Schnurrhaare. Das Schuppentier ist wegen seiner Hornschuppen begehrt. Sogar noch kleinere Tiere wie der Tokeh-Gecko werden gejagt. Verbreitetem Volksglauben nach soll das Tierchen AIDS heilen.

Die durchlässigen Grenzen nach Birma und Bangladesch machen es den Wilderern leicht. Der Handel floriert, es gibt aber auch Erfolgsmeldungen. Immer wieder wird Schmuggelware beschlagnahmt. Allein in Assam wurden in diesem Jahr 67 Wilderer gefasst. In den sechs Jahren davor gab es insgesamt nur 177 Festnahmen.

Das kriminelle Netzwerk übersteigt die Möglichkeiten der Behörden. In jedem Fall sind die Wildhüter in dem ungleichen Kampf überfordert. "Sie sind einfach nicht gut genug ausgebildet. Sie können vielleicht gegen Wilderer angehen, aber vor den Aufständischen haben sie Angst", erklärt Baruah. Trotz Verbesserungen wie etwa Überwachungskameras geht das Töten weiter. In Kaziranga zählt Wildhüter Sarma etwa drei Angriffe pro Nacht.

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