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Olympische Spiele in Russland: "Sotschi ist für Putin wie Berlin 1936 für Hitler"

Neue Kasparow-Attacke  

"Sotschi ist für Putin wie Berlin 1936 für Hitler"

08.02.2014, 14:34 Uhr | t-online.de, AFP, sid

Olympische Spiele in Russland: "Sotschi ist für Putin wie Berlin 1936 für Hitler". Garri Kasparow, Wladimir Putin (Quelle: dpa)

Garri Kasparow (li.) ist einer der prominentesten Kritiker von Russlands Präsident Wladimir Putin. (Quelle: dpa)

Ex-Schachweltmeister und Kreml-Kritiker Garri Kasparow hat die Rolle des russischen Präsidenten bei Olympia in Sotschi nun mit der von Adolf Hitler 1936 in Berlin verglichen. "Moskau 1980 und Peking 2008 waren Spiele, die autoritäre Systeme zur Propaganda für ihre Länder und sich selbst, die herrschende Partei, ausgerichtet haben. Sotschi steht wie Berlin unter einem anderen Vorzeichen. Diese Spiele drehten sich nur um einen einzigen Mann: In Berlin war es Hitler, in Sotschi war es Putin. Es geht um einen Personenkult", wird Kasparow vom englischen "Guardian" zitiert.

Jeder, der glaube, dies sei eine Übertreibung, ergänzte Kasparow, vergesse einen wichtigen Faktor: Hitler sei 1936 als "durch und durch respektabler und legitimer Politiker" angesehen worden.

Der in der Schweiz lebende 50-Jährige gehört seit langem zu Putins heftigsten Kritikern. "Die Teilnahme an dem Ereignis, vor allem an der Eröffnungszeremonie, gibt dem Diktator Auftrieb, denn das ist das, was er will und braucht - irgendwie im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen", sagte Kasparow bereits vor wenigen Wochen im Vorfeld der Olympischen Spiele.

Er ermunterte dabei die Olympioniken zu Protesten oder generellen Boykott. Wegen der Menschenrechtslage in Russland und einem Gesetz gegen sogenannte homosexuelle Propaganda vor Minderjährigen steht Russland massiv in der Kritik.

Kritik auch an IOC-Präsident Bach

Neben Putin kritisierte Kasparow im "Guardian" auch IOC-Präsident Thomas Bach. Dessen Rolle bei Olympia sei "besonders interessant", denn Bach sei Deutscher und "als solcher sollte er etwas aus der Geschichte gelernt haben", sagte der 50-Jährige.

Selbst mit Blick auf die sportliche Seite konnte der Systemkritiker nicht aus seiner Haut: "Das meiste Gold wird an die Schweiz gehen - aber auf ein geheimes Bankkonto."

Aus Furcht vor juristischer Verfolgung aufgrund seiner politischen Aktivitäten hat der 50-Jährige angekündigt, vorerst nicht in sein Heimatland zurückzukehren. Nach dem Ende seiner Schachkarriere engagierte sich Kasparow politisch. Er gründete die "Vereinigte Bürgerfront" und wurde Mitglied beim regierungskritischen Parteienbund "Das andere Russland". 2013 entschied sich Kasparow aus Angst vor einer Inhaftierung in Russland für den Verbleib im Exil.

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