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Asyl-Tragödie in Australien: Mütter wollen sich für ihre Kinder umbringen

Asyl-Tragödie in Australien  

Mütter wollen sich für ihre Kinder umbringen

09.07.2014, 11:06 Uhr | AFP

Asyl-Tragödie in Australien: Mütter wollen sich für ihre Kinder umbringen. Asylbewerber aus Sri Lanka (Quelle: Reuters)

Viele Flüchtlinge, die in Australien Asyl suchen, kommen aus Sri Lanka. Werden sie anerkannt, werden sie auf Nachbarinseln Australiens interniert; werden sie abgelehnt, werden sie zurückgeschickt (Quelle: Reuters)

In einem australischen Asylbewerberlager haben mehrere Mütter versucht, sich das Leben zu nehmen. Sie wollten so die Chancen ihrer Kinder auf Asyl in Australien verbessern.

"Sie sagen, die Babys würden eine bessere Chance im Leben haben, wenn sie tot wären", sagte der örtliche Bezirksratsvorsitzende Gordon Thompson auf der Weihnachtsinsel nördlich von Australien. "Dies ist eine schockierende Folgerung, doch das ist der Zustand der Hilflosigkeit in dem Zentrum im Moment."

Nach Informationen der Zeitung "Sydney Morning Herald" hätten die Mütter versucht sich das Leben zu nehmen, nachdem ihnen mitgeteilt worden war, dass sie von der Weihnachtsinsel auf benachbarte Inselstaaten gebracht werden sollten. Gemäß der höchst umstrittenen Asylpraxis Australiens dürfen Asylbewerber selbst dann nicht im Land bleiben, wenn sie als politische Flüchtlinge anerkannt sind. In solchen Fällen werden sie in Lagern in Papua Neuguinea oder dem Pazifikstaat Nauru interniert.

"Moralische Erpressung"

Ministerpräsident Tony Abbott nannte die Berichte "erschütternd". Zugleich sagte er aber, dass sich seine Regierung nicht erpressen lassen werde. Es sei nicht akzeptabel, dass Leute der Regierung drohten, sich selbst Schaden zuzufügen, wenn sie keine Aufenthaltsgenehmigung bekämen. "Ich glaube nicht, dass irgendein Australier wollen würde, dass wir vor moralischer Erpressung kapitulieren", sagte der konservative Politiker, der eine besonders harte Haltung in der Asylpolitik vertritt.

Die australische Grünen-Politikerin Sarah Hanson-Young sagte, ihr sei in Gesprächen mit Flüchtlingen in den Lagern bestätigt worden, dass zehn Mütter wegen akuter Selbstmordgefahr unter Aufsicht stünden. Sie warf der Regierung vor, Menschen bis an den "Punkt der Selbstzerstörung" zu drängen. "Es ist schon erschreckend eine Mutter zu dem Punkt zu bringen, dass sie sagt: 'Gut, wenn ich mich für meine Kinder opfern muss, ist es vielleicht das, was ich tun werde'", sagte Hanson-Young.

Minister fühlt sich "beleidigt"

Australien steht derzeit auch unter Druck wegen des Falls von 153 Flüchtlingen aus Sri Lanka, die auf einem Grenzschutzschiff festgehalten werden. Anwälte bezeichnen ihre Zwangsrückführung nach Sri Lanka als illegal. Das Oberste Gericht will demnächst dazu entscheiden.

Zudem gibt es Vorwürfe, dass die Flüchtlinge misshandelt wurden. Einwanderungsminister Scott Morrison nannte die Vorwürfe am Mittwoch bei einem Besuch in Colombo "beleidigend" und wies sie zurück.

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