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Russland stellt Milliardär Wladimir Jewtuschenkow unter Hausarrest

Verdacht auf Geldwäsche  

Russland stellt Milliardär unter Hausarrest

17.09.2014, 14:38 Uhr | rtr, AP

Russland stellt Milliardär Wladimir Jewtuschenkow unter Hausarrest. Wieder ein Fall von angeblicher Geldwäsche: Der russische Milliardär Wladimir Jewtuschenkow. (Quelle: dpa)

Wieder ein Fall von angeblicher Geldwäsche: Der russische Milliardär Wladimir Jewtuschenkow. (Quelle: dpa)

Der russische Milliardär Wladimir Jewtuschenkow ist wegen Verdachts auf Geldwäsche unter Hausarrest gestellt worden. Wie die Ermittlungsbehörde des Landes mitteilte, soll der Gründer und Mehrheitseigentümer des Mischkonzerns Sistema in illegale Machenschaften um Ölanlagen in der Provinz Baschkiria verwickelt sein.

Sein Unternehmen hält dort Anteile am Ölkonzern Baschneft. Sistema wies die Vorwürfe als "total gegenstandslos" zurück und kündigte an, in Berufung zu gehen. Medienberichten zufolge erwog Russlands größte staatliche Ölgesellschaft Rosneft im Juni den Kauf von Baschneft. Einen Monat später wurden Baschneft-Aktien im Zuge von Ermittlungen wegen Geldwäsche eingefroren. Rosneft-Chef Igor Setschin gilt als einflussreicher Vertrauter von Kremlchef Wladimir Putin.

Hausarrest politisch motiviert?

Vor diesem Hintergrund zogen einige Beobachter Parallelen zum Fall Michail Chodorkowski. Der einst reichste Mann Russlands saß wegen mutmaßlichen Steuerbetrugs und Geldwäsche mehr als zehn Jahre in Haft, sein Ölkonzern Yukos wurde zerschlagen. Kritiker bezeichneten die Verurteilung des Kremlkritikers damals jedoch als politisch motiviert. Rosneft-Chef Setschin gilt als Drahtzieher der Festnahme Chodorkowskis im Jahr 2003. Im vergangenen Dezember wurde Chodorkowski überraschend von Putin begnadigt.

Jewtuschenkows Verhaftung "sehe ohne Zweifel nach Yukos Nr. 2 aus", sagte der Chef der russischen Gewerkschaft der Industriellen, Alexander Schochin laut der Nachrichtenagentur Interfax. Doch Putins Sprecher Dmitri Peskow wies dies als "unrichtig und unbegründet" zurück.

Sistema ist Hoffnungsträger im Ölgeschäft

Der Hausarrest dürfte auch den seit langem gehegten Plänen für einen Bashneft-Börsengang in London einen Rückschlag versetzen. Sistema hatte Bashneft 2009 gekauft. Seitdem gehört das Unternehmen dank moderner Technologie zu den russischen Ölfirmen mit dem größten Produktionswachstum. Jewtuschenkow steht in der Liste des "Forbes"-Magazin der reichsten Russen mit einem Vermögen von rund neun Milliarden Dollar an 15. Stelle.

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