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Schottland-Referendum: David Cameron will Großbritannien umbauen

Nach dem Schottland-Referendum  

Cameron will Großbritannien umbauen

19.09.2014, 11:35 Uhr | t-online.de, rtr, dpa, AFP

Schottland-Referendum: David Cameron will Großbritannien umbauen. Der eigentliche Sieger des Schottland-Referendums: Londons Premierminister David Cameron. (Quelle: AFP)

Der eigentliche Sieger des Schottland-Referendums: Londons Premierminister David Cameron. (Quelle: AFP)

Nach dem Nein der Schotten zur Abspaltung von Großbritannien hat der britische Premierminister David Cameron nicht nur Schottland, sondern allen vier Teilen des Vereinigten Königreichs mehr Autonomie versprochen. "So wie die Schotten mehr Macht über ihre Angelegenheiten haben werden, so müssen auch die Menschen in England, Wales und Nordirland mehr Mitsprache über ihre Angelegenheiten haben", sagte Cameron am Morgen in London.

Die Schotten hatten am Donnerstag bei einem Referendum über die Abspaltung von Großbritannien nach vorläufigen Zahlen mit klarer Mehrheit mit Nein gestimmt: 55,3 Prozent sagten "No" zur Unabhängigkeit.

Offenbar soll nun als letzter Teilstaat auch England ein eigenes Regionalparlament erhalten. "Der entscheidende Teil, der bisher fehlte, ist England", sagte Cameron zur Föderalismus-Debatte in Großbritannien.

"Englische Stimmen für englische Gesetze"

Es solle künftig "englische Stimmen für englische Gesetze geben", sagte Cameron ohne dies näher zu erläutern. Die oppositionelle Labour-Partei hatte ein eigenes Parlament für den weitaus größten Teil Großbritanniens gefordert.

Der Hintergrund: Im Gegensatz zu Schotten, Walisern und Iren hat England kein eigenes Regionalparlament. Das stört bislang skurilerweise nicht die Engländer, wohl aber die anderen Briten. Für sie ist das Fehlen einer englischen Kammer der Beweis für die Dominanz der Engländer.

Diese, so der Vorwurf, bräuchten offenbar kein eigenes Parlament, da sie nicht nur ihre eigenen Angelegenheiten, sondern ganz Großbritannien vom Unterhaus aus beherrschten.

Streit "für eine Generation beigelegt"

Cameron zeigte sich erwartungsgemäß beruhigt über den Ausgang des Referendums in Schottland: "Es ist Zeit für unser Vereinigtes Königreich, sich zu einen und voranzukommen", sagte er vor seinem Büro in der Downing Street.

Nach dem Referendum sei der Streit über eine Abspaltung nun "für eine Generation" beigelegt. "Das schottische Volk hat gesprochen, seine Entscheidung ist klar, es hat entschieden, den Zusammenhalt unserer vier Nationen zu bewahren, und wie Millionen andere Menschen bin ich glücklich."

Cameron hatte vor dem Referendum angekündigt, den Schotten unter anderem mehr Autonomie in Steuer- und Finanzfragen zu gewähren. Zudem soll Schottland mehr Befugnisse in den Bereichen Ausgaben und Sozialwesen bekommen.

Ein Zerbrechen des Königreichs hätte ihm "das Herz gebrochen", sagte Cameron. Das klare Nein der Abspaltungsgegner ist auch ein Sieg für Cameron. Hätten sich die Befürworter der Unabhängigkeit durchgesetzt, hätte dies den Premier womöglich das Amt kosten können.

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