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Kurden in Kobane rüsten sich für Straßenkämpfe gegen IS

IS-Terroristen rücken auf Grenzstadt vor  

Kurden in Kobane rüsten sich für Straßenkämpfe

02.10.2014, 15:02 Uhr | dpa

Kurden in Kobane rüsten sich für Straßenkämpfe gegen IS. Die IS-Terroristen greifen die kurdische Enklave Kobane mit schweren Waffen an. (Quelle: AFP/HO / AAMAQ NEWS)

Die IS-Terroristen greifen die kurdische Enklave Kobane mit schweren Waffen an. (Quelle: HO / AAMAQ NEWS/AFP)

Nach einem weiteren Vormarsch der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat sich die Lage in der nordsyrischen Stadt Kobane (Ain al-Arab) zugespitzt. Die Extremisten sind laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte inzwischen bis auf zwei Kilometer oder weniger an die Stadtgrenze herangerückt. Die kurdischen Volksschutzeinheiten bereiten sich auf Straßenkämpfe vor.

Die USA und ihre Verbündeten bombardierten erneut IS-Ziele südlich und östlich von Kobane, wie die kurdische Internetseite Welati am Donnerstag berichtete. Die Stadt ist von IS-Terroristen nahezu umzingelt, Attacken erfolgten im Süden, Westen und Osten Kobanes.

"Bis zum letzten Tropfen Blut kämpfen"

Nach Angaben des Chefs der selbst ernannten Regionalregierung von Kobane, Anwar Muslim, stellen sich 5000 bis 6000 Kurden den IS-Extremisten entgegen. Zudem seien noch einige Tausend Zivilisten in der Stadt. Diese weigern sich Medienberichten zufolge jedoch, kampflos zu fliehen. Stattdessen werde man "bis zum letzten Tropfen Blut" kämpfen, wie die kurdische Nachrichtenseite "Ajansa Nuceyan Kurdi" berichtet.

Angesichts des IS-Vormarsches will sich die türkische Regierung am Donnerstag vom Parlament die Erlaubnis für Militäreinsätze in Syrien und im Irak geben lassen. Der Regierung des Nato-Mitglieds solle gestattet werden, über den Zeitpunkt, die Dauer und das Ausmaß militärischer Operationen in den Nachbarländern zu entscheiden, wie die Nachrichtenagentur Anadolu meldete. Die Erlaubnis gelte für ein Jahr. Der Regierung in Ankara war zuletzt wiederholt mangelndes Engagement im Kampf gegen den IS vorgeworfen worden.

Öcalan warnt Türkei

Der inhaftierte PKK-Chef Abdullah Öcalan warnte im Fall eines Massakers durch die Terrormiliz IS in Kobane vor einem erneuten Aufflammen des bewaffneten Konflikts mit der türkischen Regierung. Der Chef der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei rief zum Schutz der syrisch-kurdischen Stadt auf, ging aus einer von der pro-kurdischen Partei HDP am Donnerstag veröffentlichten Erklärung hervor.

Ein Massaker in Kobane werde den Friedensprozess mit Ankara beenden, hieß es. Öcalan forderte die Regierung auf, umgehend konkrete Verhandlungen mit der PKK zu beginnen.

Intensität der Kämpfe nimmt zu

Kobane (Arabisch: Ain al-Arab) ist die letzte Bastion in einer Enklave, die bislang von den kurdischen Volksschutzeinheiten kontrolliert wurde. Sie sind mit dem syrischen Ableger der kurdischen Arbeiterpartei PKK verbunden. Der IS herrscht bereits über mehr als 300 Dörfer im Umland von Kobane.

Die Kurden hätten sich aus Gebieten im Westen von Kobane zurückziehen müssen, sagte der Leiter der syrischen Menschenrechtsbeobachter, Rami Abdel Rahman. Die Situation dort sei "sehr gefährlich". Die Intensität der Kämpfe habe am Donnerstagmorgen zugenommen, sagte er weiter.

Ausbildung kann noch Jahre dauern

Die USA hatten in der vergangenen Woche ihre Luftangriffe auf IS-Kämpfer vom Irak auf Syrien ausgedehnt. Fünf arabische Staaten unterstützen sie dabei. Ziel der Koalition ist es, die Terrormiliz zu zerstören. Die USA wollen dafür auch gemäßigte syrische Rebellen ausbilden, die den IS und das syrische Regime in Damaskus bekämpfen.

Der US-Gesandte für das internationale Bündnis, John Allen, sagte dem Fernsehsender CNN, die Ausbildung der gemäßigten Rebellen werde Zeit in Anspruch nehmen. "Es könnte Jahre dauern", sagte Allen. Die Rebellen sollten in die Lage versetzt werden, sich gegen das syrische Regime und Dschihadisten verteidigen zu können.

Türkische Armee sagt ihren Soldaten in Syrien Unterstützung zu

Derweil hat die türkische Armee ihren in Syrien an einem Mausoleum stationierten Soldaten im Fall eines Angriffs der Terrormiliz IS sofortige militärische Unterstützung zugesagt. "Vertraut darauf, nur ein Wort von Euch und das türkische Militär wird sofort an Eurer Seite sein", hieß in einem offenen Brief von Generalstabschef Necat Özel an die Soldaten in Syrien. "Vergesst nicht, dass Ihr da drüben nicht alleine seid."

Großvater des ersten osmanischen Sultans

Das Mausoleum von Süleyman Shah, in dem die Türken den Großvater des ersten osmanischen Sultans sehen, liegt rund 30 Kilometer südlich der zwischen IS und kurdischen Einheiten umkämpften Grenzstadt Kobane. Özel machte erneut klar, dass die Türkei das Gelände mit dem Grabmal als ihr Hoheitsgebiet betrachtet.

Früheren Angaben zufolge bewachten zwischen 24 und 36 türkische Soldaten das Gelände. Das Nahost-Onlinemagazin Al-Monitor berichtete in dieser Woche ohne Angaben von Quellen, die Wachsoldaten seien im März durch 50 bis 60 kampferprobte Spezialkräfte ersetzt worden.

Das Gebiet um das Mausoleum herum kontrolliert die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). IS hatte im Juni das türkische Konsulat im nordirakischen Mossul gestürmt und 49 Menschen als Geiseln genommen. Sie waren nach mehr als 100 Tagen Gefangenschaft freigekommen

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