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Geiselnahme in Sydney: Polizei identifiziert den Geiselnehmer

Geiseldrama in Sydney  

Polizei identifiziert den Geiselnehmer

15.12.2014, 16:03 Uhr | rtr, t-online.de, dpa, AP

Geiselnahme in Sydney: Polizei identifiziert den Geiselnehmer. Bei dem Geiselnehmer von Sydney soll es sich um den iranischen Flüchtling Harun Monis handeln. Er ist für die Polizei kein Unbekannter. (Quelle: dpa)

Bei dem Geiselnehmer von Sydney soll es sich um den iranischen Flüchtling Harun Monis handeln. Er ist für die Polizei kein Unbekannter. (Quelle: dpa)

Ein bewaffneter Angreifer hält in einem Café in der Innenstadt von Sydney auch rund zwölf Stunden nach dem Beginn des Überfalls noch eine unbekannte Zahl Geiseln in seiner Gewalt. Bei dem Geiselnehmer handelt es sich Polizeikreisen zufolge um einen iranischen Flüchtling namens Harun Monis. Er ist für die Behörden kein Unbekannter.

Die Geiselnahme hatte mit der Hauptgeschäftszeit im Finanz- und Einkaufszentrum von Sydney begonnen. Das Café wird vom Schweizer Schokoladenhersteller Lindt betrieben. Nach rund sechs Stunden konnten zunächst drei Männer aus dem Gebäude entkommen, wie die Polizei bestätigte. Wenig später flohen zwei Frauen, offenbar Angestellte des Cafés. Sie trugen Schürzen mit dem Logo des Betreibers. Schwer bewaffnete Polizeibeamte nahmen sie in Empfang.

Zum Nachlesen: Live-Blog zur Geiselnahme

Geiselnehmer ist auf Kaution frei

Bei dem Geiselnehmer handelt es sich nach Angaben der Polizei um einen 49 oder 50 Jahre alten selbst ernannten Prediger aus dem Iran. Der Mann genießt nach den Angaben vom frühen Dienstagmorgen (Ortszeit) in Australien Asyl. Er sei wegen sexueller Übergriffe in mehr als 40 Fällen sowie im Zusammenhang mit dem Tod seiner Ex-Frau wegen Beihilfe zum Mord angeklagt, berichteten Medien übereinstimmend.

"Eins ist damit klar: Dies ist ein Einzeltäter", sagte Anwalt Manny Conditsis, der den Mann im vergangenen Jahr verteidigte. Er sei gegen Kaution auf freiem Fuß gewesen. "Er hat wahrscheinlich das Gefühl, dass er nichts zu verlieren hat", sagte der Anwalt im Fernsehen.

Der Mann war im vergangenen Jahr zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden, nachdem er Hassbriefe an die Angehörigen gefallener australischer Soldaten geschrieben hatte, wie die Zeitung "The Age" berichtete. Den Medien zufolge protestierte er häufiger öffentlich gegen seine Behandlung in Australien oder gegen die amerikanische Politik. Dabei war er mehrfach von Fernsehsendern gefilmt worden. Der Mann betrieb in Sydney als Heiler eine Art Praxis und empfing dort Kunden. Dort sollen die sexuellen Übergriffe stattgefunden haben.

Licht im Café ausgeschaltet

Hunderte Schaulustige hinter Absperrungen beobachten die Szene in der Innenstadt. Mitarbeiter des Fernsehsenders Seven Network, die das Geschehen von einem gegenüberliegenden Gebäude aus beobachteten, berichteten von rund 15 verschiedenen Gesichtern, die an den Fenstern des Cafés zu sehen waren. Reporter Chris Reason sagte, der Geiselnehmer trage offenbar eine Flinte, sei unrasiert und habe ein weißes Hemd und eine schwarze Kappe an.

Fernsehsender zeigten Aufnahmen mit Teleobjektiv von einer Angestellten, die im Café das Licht ausknipste. Wie viele Menschen sich um Mitternacht (Ortszeit) noch in der Gewalt des Geiselnehmers befinden, ist bisher unklar. Bewaffnete Polizisten vor dem Gebäude statteten ihre Helme mit grünleuchtenden Nachsichtbrillen aus. Wer in dem abgeriegelten Gebiet arbeitet, wurde aufgefordert, am Dienstag zu Hause zu bleiben.

Dschihadistischer Hintergrund?

Der Geiselnehmer hatte Geiseln tagsüber gezwungen, eine schwarze Flagge mit dem muslimischen Glaubensbekenntnis hinter die Fensterscheibe des Cafés hoch zu halten. Er soll unter anderem ein Gespräch mit Premierminister Tony Abbott verlangt haben.

Zwei Geiseln mussten diese Fahne ans Fenster pressen. Darauf steht "Allah ist groß". (Quelle: Reuters)Zwei Geiseln mussten diese Fahne ans Fenster pressen. Darauf steht "Allah ist groß". (Quelle: Reuters) Die Polizei, die mit dem Geiselnehmer verhandelt, äußerte sich bisher weder zum möglichen Motiv des Bewaffneten noch zur Anzahl der übrigen Geiseln.

"Zuallererst müssen wir sichergehen, dass wir nichts tun, das in irgendeiner Weise diejenigen in Gefahr bringen könnte, die noch im Gebäude sind", sagte der Polizeichef des Bundesstaats New South Wales, Andrew Scipione. Die Polizei erklärte, es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass jemand verletzt worden sei. Scipione sagte, es sei noch unklar, ob es einen terroristischen Zusammenhang gebe.

Geiselnehmer kontaktiert Medien

Premierminister Tony Abbott sprach von "Anzeichen", dass die Tat politisch motiviert sein könnte. "Das ist ein beunruhigender Zwischenfall", sagte er. Die australische Regierung hatte im September als Reaktion auf eine Bedrohung durch Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die Terroralarmstufe angehoben.

Der Sender Channel 10 erhielt nach eigenen Angaben ein Video, in dem eine Geisel im Café die Forderungen des Angreifers weitergibt. Die Polizei habe darum gebeten, dass es nicht ausgestrahlt werde. Polizeichef Scipione forderte alle Medien, die möglicherweise von dem Geiselnehmer kontaktiert würden, auf, ihn stattdessen dazu zu drängen, mit der Polizei zu sprechen.

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