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Geiseldrama in Sydney beendet - drei Tote

Polizei stürmt Café  

Geiseldrama in Sydney beendet - drei Tote

15.12.2014, 19:38 Uhr | AFP, rtr, AP, dpa, t-online.de

Geiseldrama in Sydney beendet - drei Tote. Weitere Geiseln konnten sich nach dem Zugriff der Polizei in Sicherheit bringen (Quelle: AP/dpa)

Weitere Geiseln konnten sich nach dem Zugriff der Polizei in Sicherheit bringen (Quelle: AP/dpa)

Mehr als 16 Stunden nach Beginn der Geiselnahme in einem Café in Sydney hat die Polizei den Tatort gestürmt. Fernsehsender zeigten, wie Menschen aus dem Gebäude rannten und von Polizisten in Sicherheit gebracht wurden. Es waren auch laute Explosionen zu hören. Schwer bewaffnete Polizisten schossen in das Café, wie Fernsehbilder zeigten. Die Polizei erklärte die Geiselnahme inzwischen offiziell für beendet.

Mindestens vier Personen wurden auf Tragen von Sanitätern weggebracht. Drei Menschen starben, darunter der Geiselnehmer.

Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AP hatte in der Nähe des Tatortes einen lauten Knall gehört und fünf oder sechs Geiseln aus dem Gebäude in der Innenstadt von Sydney rennen sehen. Stunden zuvor waren bereits fünf weitere Geiseln aus dem Café geflüchtet.

AFP-Reporter vor Ort hörten gegen 2.30 Uhr (16.30 Uhr MEZ) mehrere Explosionen, als Spezialkräfte der Polizei sich durch eine Seitentür Zugang zu dem Gebäude verschafften. Rettungskräfte eilten zu Hilfe.

Geiselnehmer auf Kaution frei

Der Täter, ein etwa 50 Jahre alter selbst ernannter Prediger aus dem Iran, hatte am Montagmorgen (Ortszeit) das Lindt Chocolat Café am Martin Place im Geschäftsviertel der australischen Metropole überfallen und etliche Angestellte und Gäste in seine Gewalt gebracht. Er hatte dort auch eine Fahne mit dem muslimischen Glaubensbekenntnis entrollt.

Der Geiselnehmer genießt nach den Angaben vom frühen Dienstagmorgen (Ortszeit) in Australien Asyl. Er sei wegen sexueller Übergriffe in mehr als 40 Fällen sowie im Zusammenhang mit dem Tod seiner Ex-Frau wegen Beihilfe zum Mord angeklagt, berichteten Medien übereinstimmend.

Zum Nachlesen: Live-Blog zur Geiselnahme

"Eins ist damit klar: Dies ist ein Einzeltäter", sagte Anwalt Manny Conditsis, der den Mann im vergangenen Jahr verteidigte. Er sei gegen Kaution auf freiem Fuß gewesen. "Er hat wahrscheinlich das Gefühl, dass er nichts zu verlieren hat", sagte der Anwalt im Fernsehen.

Islamistischer Hintergrund?

Der Mann war im vergangenen Jahr zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden, nachdem er Hassbriefe an die Angehörigen gefallener australischer Soldaten geschrieben hatte, wie die Zeitung "The Age" berichtete. Den Medien zufolge protestierte er häufiger öffentlich gegen seine Behandlung in Australien oder gegen die amerikanische Politik. Dabei war er mehrfach von Fernsehsendern gefilmt worden. Der Mann betrieb in Sydney als Heiler eine Art Praxis und empfing dort Kunden. Dort sollen die sexuellen Übergriffe stattgefunden haben.

Zwei Geiseln mussten diese Fahne ans Fenster pressen. Darauf steht "Allah ist groß". (Quelle: Reuters)Zwei Geiseln mussten diese Fahne ans Fenster pressen. Darauf steht "Allah ist groß". (Quelle: Reuters) Bei der Geiselnahme wurde ein islamistischer Hintergrund befürchtet. Die Geiseln wurden nach einigen Stunden gezwungen, eine schwarze Flagge mit weißem arabischen Schriftzug in das Fenster zu halten. Ähnliche Fahnen werden von der in Syrien und im Irak kämpfenden Miliz Islamischer Staat verwendet, die mit Terroranschlägen auch in Australien gedroht hat.

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