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Appell nach Paris-Anschlag: "Wir dürfen uns nicht beirren lassen"

t-online.de-Redakteur appelliert  

Freiheit kann nicht durch Kugeln gestoppt werden

08.01.2015, 13:54 Uhr | Volker Dohr, t-online.de

Appell nach Paris-Anschlag: "Wir dürfen uns nicht beirren lassen". Tausende Menschen gingen nach dem Terrorangriff von Paris mit "Wir sind Charlie"-Schildern auf die Straße. (Quelle: AFP)

Tausende Menschen gingen nach dem Terrorangriff von Paris mit "Wir sind Charlie"-Schildern auf die Straße. (Quelle: AFP)

Ein Appell von t-online.de-Redakteur Volker Dohr

Zwölf unschuldige Menschen sind tot. Der Angriff in Paris hat Staatsoberhäupter und Religionsführer in der ganzen Welt getroffen und weltweit eine Welle der Bestürzung ausgelöst. Doch wir dürfen uns nicht beirren lassen: Attackiert wurde nicht nur das Satire-Blatt "Charlie Hebdo", sondern unsere freiheitlichen Ideale. Diese gilt es nun mehr denn je zu verteidigen - auch gegen populistische Bewegungen, die das Attentat für ihre Zwecke missbrauchen.

Drei Jahre nach der schrecklichen Tat von Anders Breivik sagte die norwegische Ministerpräsidentin Erna Solberg: "Der beste Weg, die Opfer zu ehren, ist der Kampf für Offenheit, Toleranz und Vielfalt." Diesen Kampf müssen wir nun heftiger denn je ausfechten. Denn - machen wir uns nichts vor - auch Deutschland ist im Visier derer, die unsere Ideale verachten, die nicht einsehen möchten, dass Menschen egal welchen Glaubens, welcher Sexualität oder Herkunft gleich behandelt werden. Die nicht verstehen können, dass Satire Teil unserer Freiheit in Wort, Schrift und Bild ist - einer Errungenschaft, der Jahrhunderte blutigster Auseinandersetzungen vorangingen.

Im Kampf gegen jene, die denken, unsere Freiheit ließe sich im Kugelhagel aufhalten, dürfen wir zwei Trugschlüssen nicht erliegen: Der erste ist der, dass es sich bei den Attentätern in Paris um Muslime handelt. Sie mögen ihren Ansichten nach im Namen Allahs gehandelt haben, ganz sicher aber nicht in dem ihrer Glaubensbrüder und ihrer Religion. Es ist richtig und wichtig, dass sich die Verbände der Muslime weltweit aufs Schärfste von den Attentätern distanzieren. Und auch wir müssen einsehen, dass es sich bei Terroristen um Menschen handelt, die Religion missbrauchen.

Der zweite Trugschluss wäre, nun all jenen braunen Rattenfängern zu folgen, die so pietätlos sind, ein Attentat wie das gestrige für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Die damit ihre Angst vor angeblicher Überfremdung oder Islamisierung argumentativ zu untermauern versuchen. Die aus einem Einzelfall auf eine Masse schließen.

In Frankreich leben schätzungsweise fünf Millionen Muslime. Wie auch in Deutschland ist die überwiegende Mehrheit davon friedlich. Wie auch in Deutschland gehen diese Menschen Arbeit nach, bezahlen Steuern, integrieren sich, tragen ihren Teil dazu bei, dass die Kultur des Landes bereichert wird, dass wir eine vielfältige Gesellschaft bleiben. Helfen wir ihnen dabei!

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