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Nach Kopenhagen: Netanjahu ruft Juden zur "großen Einwanderung" auf

Nach Kopenhagen  

Netanjahu ruft Juden zur "großen Einwanderung" auf

15.02.2015, 13:02 Uhr

Nach Kopenhagen: Netanjahu ruft Juden zur "großen Einwanderung" auf. Nach den Terrorattacken in Kopenhagen hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die Juden in Europa aufgefordert, nach Israel auszuwandern. (Quelle: AP/dpa)

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sieht die Juden in Europa in Gefahr. (Quelle: AP/dpa)

Nach den Terrorattacken in Kopenhagen hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die Juden in Europa aufgefordert, nach Israel auszuwandern. Seine Regierung plane, mit Hilfe eines mit umgerechnet rund 40 Millionen Euro ausgestatteten Plans zu einer "großen Einwanderung" zu animieren, sagte er zu Beginn eines Kabinetttreffens. Er sprach vor allem die Juden in Frankreich, Belgien und der Ukraine an.

"Wieder sind auf europäischen Boden Juden nur deshalb ermordet worden, weil sie Juden sind", sagte er. "Es ist zu erwarten, dass sich diese Angriffswelle ebenso wie mörderische antisemitische Attacken fortsetzen." Juden verdienten in jedem Land Sicherheit, sagte Netanjahu. "Aber wir sagen zu unseren jüdischen Brüdern und Schwestern: Israel ist eure Heimat."

Auf die Anschläge in Paris im Januar, bei denen auch vier Juden getötet worden waren, hatte Netanjahu bereits mit einem ähnlichen Aufruf reagiert.

Der höchste Rabbi Dänemarks, Jair Mechior, sagte, er sei enttäuscht über Netanjahus Aufruf. "Terror ist kein Grund, nach Israel zu ziehen", sagte er.

"Zügellosem Antisemitismus" entgegentreten

Unterdessen hat auch die in Brüssel ansässige Vereinigung der Europäischen Juden einen besseren Schutz für ihre Mitglieder gefordert. Generaldirektor Menachem Margolin sagte, alle jüdischen Einrichtungen müssten jeden Tag rund um die Uhr bewacht worden. Das müssten die Regierungen und die EU sicherstellen.

Margolin warf der EU vor, nicht energisch genug gegen antisemitische Attacken und Vorurteile vorzugehen. Eine Taskforce müsse nicht nur für mehr Sicherheit sorgen, sondern auch die Schulbildung verbessern, um "zügellosem Antisemitismus" entgegenzutreten. "Die europäischen Führer müssen uns in der Schlacht gegen den Terror in unserer Heimat unterstützen", sagte Margolin.

Bei den Angriffen am Samstag und frühen Sonntagmorgen hatte ein Mann zwei Menschen getötet und fünf verletzt. Der zweite Angriff ereignete sich nahe einer Synagoge. Hier kam ein 37-jähriger jüdischer Wachmann ums Leben, der das Gotteshaus bei einer Bar Mitzwa-Feier bewacht hatte, wie die Jüdische Gemeinde Dänemarks mitteilte. Bei der Terrorwelle vor fünf Wochen in Paris war unter anderem ein jüdisches Geschäft für Lebensmittel attackiert worden.

Die dänische Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt sagte: "Dänemark ist von Terror getroffen worden." Man wisse nichts über die Motive des mutmaßlichen Täters, "aber wir wissen, dass es Kräfte gibt, die Dänemark verletzen wollen". Sie wollten die Redefreiheit einschränken.

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