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IS-Miliz enthauptet 21 Kopten in Libyen - Video veröffentlicht

Gräueltat auf Video  

IS-Miliz enthauptet 21 Kopten in Libyen

16.02.2015, 12:15 Uhr | t-online.de , AP , dpa

IS-Miliz enthauptet 21 Kopten in Libyen - Video veröffentlicht. Screenshot aus einem Video des IS, das die Ermordung der 21 Kopten im Februar an einem Strand in Libyen zeigen soll. Archivbild (Quelle: Reuters/TV)

Screenshot aus einem Video des IS, das die Ermordung der 21 Kopten im Februar an einem Strand in Libyen zeigen soll. Archivbild (Quelle: TV/Reuters)

Es ist das erste groß inszenierte Gräuelvideo, das vom libyschen Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) stammen soll: Im Internet haben die Extremisten ein Video veröffentlicht, das die Massenenthauptung von 21 koptischen Christen aus Ägypten zeigt, die seit Wochen in der Gewalt des IS waren. Ob das Video echt ist, ist noch nicht klar. Doch die Regierung in Kairo und die Koptische Kirche bestätigten die Ermordung der Geiseln und schworen Rache. Die USA verurteilten die mutmaßliche Bluttat scharf.

Das Video zeigt mehrere Männer in orangefarbenen Overalls, die zu einem Strand geführt wurden. Jeder wird von einem maskierten Extremisten begleitet. Die Männer werden zum Hinknien gezwungen. Einer der Extremisten, der anders angezogen ist als seine Kumpane, spricht in Englisch mit nordamerikanischem Akzent in die Kamera.

"Werden euch alle bekämpfen"

"An alle Kreuzzügler: Sicherheit wird für euch nur noch ein Wunsch sein, vor allem, wenn ihr uns alle gemeinsam bekämpft. Deshalb werden wir euch alle zusammen bekämpfen", sagt der Terrorist. "Das Meer, in dem ihr die Leiche von Scheich Osama bin Laden verborgen habt, wird, so schwören wir bei Allah, sich mit eurem Blut mischen."

Dann werden die Opfer mit dem Gesicht nach unten auf den Boden gelegt und gleichzeitig enthauptet. Der extremistische Wortführer deutet nach Norden und fügt hinzu: "Wir werden Rom erobern, wenn Allah es uns erlaubt."

Die Macher des Videos nennen sich selbst die Provinz Tripolis des Islamischen Staats. Erst vergangene Woche war ein Standbild von der Aufnahme im angeblich von den Terrormiliz geführten Online-Magazin "Dabik" aufgetaucht - was eine direkte Verbindung zwischen den libyschen Dschihadisten und der Extremistengruppe nahelegen würde, die große Teile von Syrien und dem Irak beherrscht.

USA zeigen sich entsetzt

Ägyptens Regierung rief eine siebentägige Trauerzeit aus. Zudem berief Staatschef Abdel Fattah al-Sisi ein Krisentreffen zur Nationalen Sicherheit ein. Den Opfern drückte er sein Beileid aus. Zugleich zeigte sich der Staatschef kämpferisch. "Diese feigen Akte werden unsere Entschlossenheit nicht untergraben", sagte Al-Sisi. Ägypten und die ganze Welt befänden sich in einer erbitterten Schlacht gegen Extremistengruppen, die allesamt das gleiche Ziel hätten.

Die Koptische Kirche wandte sich in einer nicht minder emotionalen Erklärung an ihre Gläubigen. "Sie können gewiss sein, dass ihre große Nation nicht ruhen werde, bis Vergeltung an den niederträchtigen Kriminellen geübt wird."

In Washington zeigte sich Regierungssprecher John Earnest entsetzt. Die Grausamkeit der IS-Extremisten "kennt keine Grenzen", erklärte er. Zudem unterstrich er die Notwendigkeit einer politischen Lösung des Konflikts in Libyen. Das Volk müsse vereint gegen Terrorismus aufstehen.

Bei den Opfern handelte es sich um Gastarbeiter, die im Dezember und Januar in der Stadt Sirte von den Dschihadisten eingekesselt worden waren. Im ägyptischen Dorf El-Aur, woher 13 der Geiseln stammten, wurde die Nachricht von deren Ermordung mit Fassungslosigkeit.

In die Trauer mischte sich aber auch Wut über die Regierung in Kairo. Diese habe kaum etwas zur Rettung der Geiseln unternommen, während in den letzten Monaten in Libyen entführte Ägypter muslimischen Glaubens befreit worden seien, klagten viele Dorfbewohner.

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