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Terror in Kopenhagen: Polizei verhaftet mutmaßliche Komplizen

Terror in Kopenhagen  

Polizei ergreift offenbar Komplizen des Attentäters

16.02.2015, 14:43 Uhr | AFP, AP, rtr, dpa

Terror in Kopenhagen: Polizei verhaftet mutmaßliche Komplizen. Dänemark nach den Anschlägen - abgesperrter Tatort in Kopenhagen. (Quelle: Reuters)

Dänemark nach den Anschlägen - abgesperrter Tatort in Kopenhagen. (Quelle: Reuters)

Schneller Ermittlungserfolg in Kopenhagen: Die dänische Polizei hat nach den Terroranschlägen vom Wochenende zwei mutmaßliche Komplizen des Attentäters festgenommen. Die Männer werden beschuldigt, dem Täter "mit Rat und Tat" geholfen zu haben, teilten die Behörden mit. Der 22-Jährige hatte bei Angriffen auf ein Kulturzentrum und eine Synagoge zwei Menschen erschossen und fünf Polizisten verletzt.

Die beiden Verdächtigen sollen noch am Montag einem Haftrichter vorgeführt werden. Einer der Männer wurde demnach bereits am Sonntagmorgen, der andere am Sonntagnachmittag festgenommen. Details gab die Polizei zunächst nicht bekannt. Die Verhöre fänden hinter verschlossenen Türen statt.

Die Ermittler werfen den beiden vor, dem Attentäter Unterschlupf gewährt zu haben, sagte Verteidiger Michael Juul Eriksen dem Sender DR. Zudem sollen sie ihm geholfen haben, sich einer Waffe zu entledigen.

Laut Medienberichten haben sie dem Täter zuvor auch Waffen besorgt. Das bestätigte die Polizei nicht. Bislang waren die Ermittler von einem Einzeltäter ausgegangen.

Polizei erschießt Attentäter

Die Polizei hatte den mutmaßlichen Attentäter am Sonntagmorgen bei einem Schusswechsel getötet. Er war laut Medienberichten erst zwei Wochen vor den Anschlägen aus dem Gefängnis entlassen worden, wo er wegen einer Gewalttat eingesessen hatte.

Der Täter sei in Dänemark geboren und im Bandenmilieu aufgefallen, teilte die Polizei mit. Die dänischen Medien gaben seinen Namen mit Omar El-Hussein an.

El-Hussein hatte bei seinen Angriffen einen Filmemacher und einen jüdischen Wachmann getötet. Die Behörden vermuten, dass er die Anschläge von Islamisten auf die französische Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" und einen jüdischen Supermarkt in Paris im vorigen Monat nachahmen wollte.

Erinnerung an Paris

Die Bluttaten vom Samstag hatten ganz Dänemark erschüttert und auch in anderen Ländern für Abscheu gesorgt. Das Muster der Angriffe ähnelte dem der Terrorwelle von Paris Anfang Januar, bei dem ebenfalls Symbole der Meinungsfreiheit und ein jüdischer Supermarkt angegriffen worden waren. Dschihadisten hatten dabei 17 Menschen umgebracht.

Eines der Todesopfer von Kopenhagen war der Dokumentarfilm-Regisseur Finn Nørgaard, der in Dänemark unter anderem mit einem Fernsehfilm über vietnamesische Einwanderer bekannt wurde. Er nahm an einer Konferenz teil, bei der auch der schwedische Mohammed-Karikaturisten Lars Vilks anwesend war.

In mehreren dänischen Städten sollen heute Gedenkfeiern für die beiden Opfer stattfinden.

Jüdische Gräber geschändet

Derweil steht auch Frankreich weiter unter dem Eindruck der islamistischen Anschläge vor sechs Wochen. Nach erneuten Grabschändungen am Wochenende auf einem jüdischen Friedhof im Osten Frankreichs hat der französische Regierungschef Manuel Valls nun an die jüdischen Bürger appelliert, im Land zu bleiben.

"Unsere Botschaft an die französischen Juden lautet: Frankreich ist verletzt wie Sie, und Frankreich möchte nicht, dass Sie gehen", sagte Valls dem Rundfunksender RTL.

Valls äußerte Bedauern über den Aufruf des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu an die europäischen Juden, nach Israel zu emigrieren. "Die französischen Juden gehören nach Frankreich", sagte er.

Antisemitische Straftaten verdoppelt

In Sarre-Union im Osten Frankreichs wurden mehrere hundert jüdische Gräber geschändet. In den vergangenen Jahren haben judenfeindliche Angriffe in Frankreich deutlich zugenommen, im Jahr 2014 registrierten die Behörden gar doppelt so viele antisemitische Straftaten wie im Vorjahr.

Die französische Regierung hält unterdessen an den landesweit verschärften Sicherheitsvorkehrungen fest. Die Gefahr von Anschlägen sei weiterhin "besonders hoch", sagte Valls im Hörfunk. Die Maßnahmen würden "so lange wie notwendig" in Kraft bleiben.

Nach den Angriffen auf "Charlie Hebdo" und einen jüdischen Supermarkt sind in Frankreich verstärkt Polizisten und Soldaten im Einsatz, um öffentliche Einrichtungen zu schützen.

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