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Ukraine-Krise: Russland kontert "Nato-Parade" mit eigenem Manöver

Erneute Provokation  

Russland kontert "Nato-Parade" mit eigenem Manöver

26.02.2015, 07:32 Uhr | t-online.de, AFP

Ukraine-Krise: Russland kontert "Nato-Parade" mit eigenem Manöver. Der Absprung von Fallschirmjägern soll zum Höhepunkt der russischen Manöver werden.  (Quelle: Reuters)

Der Absprung von Fallschirmjägern soll zum Höhepunkt der russischen Manöver werden. (Quelle: Reuters)

Nur einen Tag nachdem das amerikanische Militär bei einer Parade in Estland nahe der russischen Grenze mitgefahren ist, reagiert der Kreml mit einem eigenen mehrtägigen Manöver an der Grenze zu Estland und Lettland. Die Übungen Russlands mit rund 2000 Soldaten in der Region Pskow seien bis Samstag vorgesehen, sagte eine Sprecherin des russischen Verteidigungsministeriums. Die Nato befürchtet weitere Aggressionen aus Moskau.

Einer der Höhepunkte wird demnach der Massenabsprung von Fallschirmjägern sein. Seit Beginn der Ukraine-Krise hat Russland immer wieder mit Militärmanövern seine ehemals sowjetischen Nachbarn sowie den Westen provoziert.

Eindeutiges Signal an Russland

Zuvor hatten rund hundert britische, spanische, lettische und litauische Soldaten an der Seite von rund 1300 estnischen Kameraden an einer Militärparade zum estnischen Unabhängigkeitstag teilgenommen. Auch zwei US-Panzerfahrzeuge sowie mehrere niederländische Panzer beteiligten sich an der Parade in Narva keine 300 Meter von der Grenze zu Russland entfernt.

Narva wurde von Experten schon mehrfach als mögliches Ziel Russlands eingeschätzt, sollte der russische Präsident Wladimir Putin den aktuellen Konflikt mit dem Westen von der Ukraine auf Nato-Gebiet ausweiten wollen. Wie die anderen baltischen Staaten gehört auch Estland seit 2004 zur Nato. Die Nato-Osterweiterung wird immer wieder scharf von Russland kritisiert.

Kommentatoren sahen in der Nato-Teilnahme an der estnischen Parade ein deutliches Signal an Russland, dass sich die Nato ihrer Bündnistreue verpflichtet fühlt. Litauen kündigte am selben Tag an, wegen des Ukraine-Konflikts vorübergehend wieder die Wehrpflicht einzuführen.

Putin spricht von "Völkermord" in der Ostukraine

Derweil hat Putin vor der Presse in Moskau wieder einmal scharfe Kritik an Kiew geäußert: In der Ostukraine gebe es bereits Hunger, und die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa spreche von einer humanitären Katastrophe. In dieser Situation die Menschen von Erdgaslieferungen abzuschneiden, habe schon etwas von "Völkermord", zitierte ihn die Nachrichtenagentur RIA Nowosti.

Russland hatte vor zehn Tagen damit begonnen, von prorussischen Rebellen kontrollierte Gebiete in der Ostukraine mit Erdgas zu beliefern. Die Rebellen hatten zuvor mitgeteilt, die von ihnen gehaltenen Gebiete würden nicht mehr vom ukrainischen Gaskonzern Naftogas beliefert.

Nato warnt vor möglicher russischer Aggression in Moldau

Alarmiert durch den andauernden Konflikt in der Ostukraine hat die Nato vor einer russischen Aggression in der Republik Moldau gewarnt. Die im abtrünnigen Gebiet Transnistrien stationierten russischen Truppen seien dort, "um Moldau von einer Annäherung an den Westen abzuhalten", sagte Oberbefehlshaber Breedlove vor dem Verteidigungsausschuss des US-Repräsentantenhauses. "In Moldau und an anderen Orten" betreibe Moskau bereits "eine breite Informationskampagne".

Die etwa 3,5 Millionen Einwohner zählende Republik Moldau liegt als Binnenstaat zwischen der Ukraine und Rumänien. Zuletzt gewannen proeuropäische Kräfte die Parlamentswahl. Transnistrien an der Grenze zur Ukraine hatte im Jahr 1990 seine Unabhängigkeit von Moldau erklärt. Der Großteil der dortigen Bevölkerung ist russischsprachig. Seit mehr als 20 Jahren sind russische Truppen in Transnistrien stationiert.

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