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Verdächtige im Mordfall Boris Nemzow wohl gefoltert

Kriminalität  

Menschenrechtler: Verdächtige im Mordfall Nemzow womöglich gefoltert

11.03.2015, 19:33 Uhr | dpa

Verdächtige im Mordfall Boris Nemzow wohl gefoltert. Russische Ermittler mit einem Verdächtigen im Mordfall des Kremlkritikers Nemzow.

Russische Ermittler mit einem Verdächtigen im Mordfall des Kremlkritikers Nemzow. Foto: Yuri Kochetkov. (Quelle: dpa)

Moskau (dpa) - Zwei Verdächtige im Mordfall des Kremlkritikers Boris Nemzow sind einem russischen Menschenrechtler zufolge möglicherweise bei Vernehmungen gefoltert worden.

Bei einem Besuch im Gefängnis habe er bei den Männern Schürfwunden gesehen, die einen ausreichenden Folterverdacht nahelegten, teilte Andrej Babuschkin, Mitglied der Menschenrechtskommission beim Kreml, in Moskau mit.

Der Chef der Gefangenenkommission, Anton Zwetkow, forderte eine Prüfung. Die Männer behaupteten, mit Baseballschlägern und Stromschlägen gefoltert worden zu sein. Die Blutergüsse und Schrammen könnten aber auch von ihrer Festnahme stammen, meinte Zwetkow.

Die Organisation Amnesty International (AI) warnte die russischen Behörden davor, die Menschenrechtler unter Druck zu setzen. Die Aktivisten dürften nicht für das Schildern ihrer Eindrücke aus dem Gefängnis bestraft werden, betonte AI-Europadirektor John Dalhuisen. Alles andere würde "alarmierende Fragen" aufwerfen. "Es wäre grotesk, Menschen zu bestrafen, die über solch ernste Verbrechen wie Folter berichten", meinte er. Dalhuisen forderte eine lückenlose Aufklärung.

Der Oppositionspolitiker Nemzow war am 27. Februar in Moskau von einem Unbekannten erschossen worden. Wenige Tage später nahm die Polizei fünf Verdächtige aus dem islamisch geprägten Nordkaukasus fest. Weggefährten Nemzows zweifeln aber an einem religiösen Motiv.

Der kremlkritischen Zeitung "Nowaja Gaseta" (Mittwoch) zufolge sollen die Hintermänner der Bluttat in höheren Sicherheitskreisen der Teilrepublik Tschetschenien sitzen. Demnach soll ein mutmaßlicher Major einer Spezialeinheit, zu der einer der Verdächtigen gehörte, der "wahrscheinliche Organisator" sein. Für "Nowaja Gaseta" hatte die 2006 ermordete Journalistin Anna Politkowskaja gearbeitet.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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