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UN werfen IS-Terroristen Völkermord im Irak vor

Jesiden "als Gruppe vernichten"  

UN werfen IS-Terroristen Völkermord vor

19.03.2015, 15:08 Uhr | t-online.de, rtr, dpa

UN werfen IS-Terroristen Völkermord im Irak vor. Ein IS-Kämpfer in Mossul: UN-Experten sprechen bei den Verbrechen des Islamischen Staats inzwischen von einem Völkermord. (Quelle: Reuters)

Ein IS-Kämpfer in Mossul: UN-Experten sprechen bei den Verbrechen des Islamischen Staats inzwischen von einem Völkermord. (Quelle: Reuters)

Die Bluttaten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Irak haben nach Einschätzung von UN-Experten das Ausmaß eines Völkermords erreicht. Zudem würden die Terroristen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begehen, heißt es in einem UN-Bericht. Die Experten verlangen eine Verfolgung der Verbrechen vor dem Internationalen Strafgerichtshof.

In dem erschütternden Bericht der Ermittler im Auftrag des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte in Genf, der auf Aussagen von mehr als 100 Augenzeugen beruht, werden auch der irakischen Armee Verbrechen vorgehalten.

Der Vorwurf des Völkermords gegen den IS bezieht sich auf die gezielte Tötung Hunderter Jesiden. IS-Truppen hatten unter den Angehörigen dieser religiösen Minderheit im Nordirak im vergangenen Sommer grausame Massaker verübt. Auch an Schiiten und Angehörigen anderer Religions- und Volksgruppen hätten sich die IS-Milizen in furchtbarer Weise vergangen.

Morde, Folter, Vergewaltigungen

"Der Bericht dokumentiert weit verbreitete Gewalttaten, die vom IS begangen wurden - darunter Morde, Folter, Vergewaltigungen und sexuelle Versklavung sowie erzwungene religiöse Konvertierung und Zwangsrekrutierungen von Kindern", erklärte das UN-Hochkommissariat. Dabei sei insbesondere die Gewalt gegen die Jesiden darauf gerichtet gewesen, sie "als Gruppe zu vernichten". Deshalb sei mit sehr großer Wahrscheinlichkeit von Völkermord auszugehen.

Im Irak und in Syrien hat der IS große Gebiete erobert und ein Kalifat ausgerufen, in dem strenge islamische Regeln gelten. Menschen, die aus Sicht der Extremisten Ungläubige sind, werden mit drastischen, teils mittelalterlichen Strafen verfolgt. Der Bericht erwähnt als Beispiel Todesurteile gegen 13 Jugendliche, weil sie ein Fußballspiel angeschaut haben sollen. Außerdem wirft der Menschenrechtsrat den IS-Kämpfern vor, sie hätten Chlorgas gegen irakische Soldaten eingesetzt. Das Gas ist als chemische Waffe weltweit geächtet.

Verfahren vor dem Strafgerichtshof?

Den irakischen Streitkräften und mit ihnen verbündeten Milizen werfen die Ermittler aber ebenfalls schwere Verbrechen vor. Sie hätten in zahlreichen Fällen Zivilisten ermordet, gefoltert und entführt. "Einige dieser Untaten könnten Verbrechen gegen die Menschlichkeit sowie Kriegsverbrechen sein." Außerdem sollen im Kampf gegen den IS Fassbomben eingesetzt worden sein. Die Bomben bestehen meist aus Ölfässern, die mit Sprengstoff, Diesel oder Benzin sowie Metallteilen gefüllt sind. Sie sind nicht zielgenau, in der Wirkung aber verheerend und verursachen oft viele Opfer unter der Zivilbevölkerung.

Die Ermittler appellieren an den gegenwärtig in Genf tagenden UN-Menschenrechtsrat, sich beim UN-Sicherheitsrat in New York für die strafrechtliche Verfolgung aller derartigen Verbrechen im Irak einzusetzen. Der UN-Sicherheitsrat müsse damit den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag beauftragen.

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