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IS-Video zeigt Zerstörung der Ruinen von Nimrud

Ruinen von Nimrud  

IS-Video zeigt die Zerstörung der 3000 Jahre alten Stätte

12.04.2015, 14:34 Uhr | AFP, AP, dpa, t-online.de

IS-Video zeigt Zerstörung der Ruinen von Nimrud. Zerstört wurde Nimrud bereits im März - jetzt zeigt der IS seine Gräuel in einem Video.  (Quelle: Reuters/Screenshot)

Zerstört wurde Nimrud bereits im März - jetzt zeigt der IS seine Gräuel in einem Video. (Quelle: Screenshot/Reuters)

Die Terrormiliz Islamischer Staat hat am Samstag einen Videobeweis für die Zerstörung des Weltkulturerbes am Tigris veröffentlicht. Das Filmmaterial zeigt Kämpfer, die mit Vorschlag- und Presslufthämmern, sowie einem Bagger den Ort dem Erdboden gleich machen. Außerdem ist zu sehen, wie sie Pulverfässer in einen Raum mit Darstellungen assyrischer Gottheiten rollen. Danach zeigt die Kamera eine gewaltige Explosion. Ein Sprecher des Altertumsministerium im Irak sagte am Sonntag, die Aufnahmen von Nimrud seien authentisch.

Im März hatten der Irak und die Vereinten Nationen offiziell mitgeteilt, Nimrud sei geplündert und beschädigt worden. Das Ausmaß der Zerstörung war bisher aber nicht bekannt. Nimrud liegt nahe der vom IS gehaltenen Stadt Mossul.

"Wann immer wir irgendwo die Zeichen des Götzendienstes beseitigen können, werden wir das tun", sagt einer der Islamisten am Ende des Videos. Der IS, der in seinem selbst ausgerufenen Kalifat ein Drittel der Flächen im Irak und Syrien hält, hatte bereits in den vergangenen Wochen immer wieder alte Kulturgüter und Städte zerstört.

Zerstörung und gute Geschäfte

Die Behörden gehen aber auch davon aus, dass der IS einige der Kunstgegenstände auf dem schwarzen Markt verkauft, um mit den Erlösen seine Gräueltaten zu finanzieren. Diese Einschätzung teilen auch viele Archäologen wie die US-Amerikanerin und Gründerin des Verbandes Antiquities Coalition, Deborah Lehr.

Recherchen des Verbandes hätten ergeben, dass alleine in Ägypten seit 2011 Stücke im Wert von drei Milliarden Dollar geplündert worden seien. "Wenn man das vergleicht mit dem Irak und Syrien, wo es viel größere Zerstörungen und viel mehr Plünderungen gab, muss man glauben, dass die Zahlen dort noch viel höher sind", so Lehr.

Große Stücke würden Lehr zufolge von den Extremisten zerstört. Kleinere dagegen abtransportiert und verkauft - häufig über das Internet. Die Nachfrage komme unter anderem aus Europa, den USA, China, Japan und den Golf-Staaten. "Uns besorgt nicht nur die Zerstörung der Kulturgüter, sondern auch der Aspekt der Einschüchterung, denn der ist ein Hinweis darauf, dass es hier um kulturelle Säuberung geht - und das wiederum ist ein Frühindikator für ethnische Säuberung."

Geschichtliches Erbe wird einfach ausgelöscht

Die IS-Kämpfer hatten zuvor auch Kulturschätze in Mossul zerstört. Die Verwüstungen sind Teil einer systematischen Kampagne, um das geschichtliche Erbe der Region auszulöschen. Gemäß der extremen Ideologie der Dschihadisten sind Götterbilder und Heiligengräber verboten, da nichts außer Gott selbst angebetet werden dürfe.

Die antike Stadt Nimrud wurde im 13. Jahrhundert vor Christus gegründet und war zeitweise Hauptstadt des assyrischen Reiches. In der assyrischen Ära hieß die Stadt Kalach oder Kalchu, Nimrud ist ihr späterer arabischer Name. Die UN-Kulturorganisation Unesco bezeichnete die Zerstörung von Nimrud als "Kriegsverbrechen".

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