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Bericht von Nemzow: Wie Putins Soldaten angeblich in der Ostukraine mitmischen

Bericht des ermordeten Kreml-Kritikers Nemzow  

Wie Putins Soldaten angeblich in der Ostukraine mitmischen

12.05.2015, 18:09 Uhr | AFP, dpa

Bericht von Nemzow: Wie Putins Soldaten angeblich in der Ostukraine mitmischen. Ein pro-russischer Kämpfer auf einem Panzer in der Ostukraine. (Quelle: Reuters)

Ein pro-russischer Kämpfer auf einem Panzer in der Ostukraine. (Quelle: Reuters)

Trotz aller Dementis aus Russland: Der Westen wirft dem Kreml vor, die Separatisten in der Ukraine-Krise militärisch zu unterstützen. Der in Moskau ermordete Oppositionsführer Boris Nemzow hat bis zu seinem Tod Beweise dafür gesucht. Nun ist posthum ein Bericht des Kreml-Kritikers veröffentlicht worden.

Nach Nemzows Recherchen haben die Separatisten in der Ostukraine ihre entscheidenden Siege nur mit Unterstützung "regulärer russischer Truppen" errungen. Dafür gebe es "vollständige Beweise", heißt es in einem 64-seitigen Bericht, den Vertraute Nemzows in Moskau vorstellten.

Der Bericht mit dem Titel "Putin - der Krieg" fußt auf Recherchen, die Nemzow bis zu seiner Ermordung am 28. Februar vorangetrieben hatte. Einer der Autoren, der Oppositionelle Ilja Jaschin, sagte, "Schlüsselzeugen" hätten über Einzelheiten der russischen Militärintervention berichtet.

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Russische Soldaten stellen sich Gegenoffensive

Demnach drangen erstmals im August vergangenen Jahres "massenhaft" russische Soldaten über die Grenze in die Ukraine ein. Damals sei den Aufständischen eine Gegenoffensive gegen die ukrainischen Regierungstruppen bei Ilowajsk und südlich von Donezk gelungen, sagte Jaschin.

Im Januar und Februar seien abermals russische Soldaten geschickt worden, um den ukrainischen Präsident Petro Poroschenko zu Verhandlungen in Minsk und zur Unterzeichnung eines Waffenstillstandsabkommens mit den Rebellen zu zwingen.

Und als die Separatisten Mitte Februar die Stadt Debalzewe zurückeroberten, habe es ebenfalls russische Unterstützung gegeben.

Mindestens 220 tote russische Soldaten

Russland hat ein direktes militärisches Eingreifen in der Ostukraine mit eigenen Soldaten stets zurückgewiesen. Doch laut Nemzows Bericht sollen mindestens 220 russische Soldaten im Krieg in der Ostukraine getötet worden sein.

Die Vertrauten Nemzows erklärten, Grundlage ihres Berichts seien "offene Quellen und anonyme Quellen in Moskau" sowie Aussagen von Familien von den in der Ukraine getöteten russischen Soldaten. Die Soldaten wurden demnach gezwungen, aus dem Militär auszutreten, bevor sie in die Ukraine gebracht wurden. Den Angehörigen seien Strafprozesse angedroht worden, wenn sie darüber berichten würden.

Kosten für Russland: mehr als eine Milliarde US-Dollar

Die Unterstützung der Aufständischen soll Russland bisher mehr als eine Milliarde US-Dollar (rund 890 Millionen Euro) gekostet haben.

Putins Sprecher Dmitri Peskow sagte laut russischen Nachrichtenagenturen, er habe den Bericht nicht gelesen. "Deswegen habe ich auch nichts dazu zu sagen."

Mutmaßlicher Drahtzieher des Mordes auf der Flucht

Nemzow war vor zweieinhalb Monaten vor den Mauern des Kreml erschossen worden. Die Ermordung des 55-jährigen Regierungsgegners, der monatelang Hinweisen auf eine russische Militärintervention in der Ukraine nachgegangen war und Putins Ukraine-Politik aufs Schärfste verurteilt hatte, löste weltweit Bestürzung aus.

Die Ermittler nahmen vier Tschetschenen und einen Inguschen fest und beschuldigten die Gruppe, Nemzow im Auftrag ermordet zu haben. Die Angeklagten weisen die Vorwürfe nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten zurück. Der mutmaßliche Auftraggeber ist noch auf der Flucht.

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