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Ukraine-Krise: Kiew meldet Festnahme russischer Soldaten im Donbass

Im Kriegsgebiet Donbass aufgegriffen  

Kiew meldet Festnahme russischer Soldaten

18.05.2015, 18:32 Uhr | AP, dpa

Ukraine-Krise: Kiew meldet Festnahme russischer Soldaten im Donbass. Ukrainische Truppen patrouillieren im Osten des Landes. (Quelle: dpa)

Ukrainische Truppen patrouillieren im Osten des Landes. (Quelle: dpa)

Glaubt man dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, befinden sich keine russischen Soldaten in der Ostukraine. Glaubt man jedoch Regierungsangaben aus Kiew, wurden nun im Kriegsgebiet Donbass zwei Russen verwundet und gefangen genommen.

Die beiden Männer würden vom ukrainischen Sicherheitsdienst verhört und nach Kiew gebracht, erklärte der ukrainische Generalstab. Den Männern drohe eine Anklage wegen Terrorismus und eine lebenslange Haftstrafe, zitierte die Agentur Unian Geheimdienstchef Valentin Naliwaitschenko.

In der ukrainischen Hauptstadt würden sie den Medien vorgeführt, sagte Generalstabssprecher Wladislaw Selesnow. Moskau und die Separatisten beteuerten, es handle sich nicht um russische Soldaten.

Angst vor den Ukrainern

Die beiden Männer sollen am Sonntag im Ort Schtschastia unweit der Frontlinie vom Freiwilligen-Bataillon Aidar in Gewahrsam genommen worden sein.

Ein Sanitäter der Einheit sagte, die beiden Russen seien in der Nähe eines Kraftwerks in Gefangenschaft geraten. Einer der beiden sei an der Schulter getroffen worden, der andere am rechten Bein. Sie hätten Angst gehabt, die Ukrainer würden sie betäuben und ihnen Organe aus dem Körper entnehmen.

Angeblich Polizisten aus Luhansk

Die Meldung ist brisant, weil Russland bestreitet, die Separatisten in der Ostukraine mit eigenen Soldaten zu unterstützen. Der ukrainische Militärsprecher Andrej Lyssenko sagte, Russland könne seine militärische Präsenz in der Ukraine nicht länger leugnen. "Sie waren in einem Einsatz und sie haben unsere Leute getötet", sagte er.

Das Luhansker Informationszentrum - ein Sprachrohr der Separatisten - erklärte dagegen, bei den Festgesetzten handle es sich um Polizisten aus Luhansk. Der Sprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin erklärte: "Wir haben wiederholt gesagt, dass es keine russischen Truppen im Donbass gibt."

Als im vergangenen Jahr mehrere russische Soldaten auf ukrainischem Territorium in die Hände der Regierungstruppen fielen, hatte Putin erklärt, sie hätten sich verlaufen.

Angebliches Verhör ins Netz gestellt

Am Sonntag hatte der ukrainische Abgeordnete Anton Heraschtschenko ein Video auf Facebook gestellt, das ein Verhör von einem der Männer zeigen soll. Zu sehen ist ein junger Mann in einem Krankenhausbett. Er stellt sich als Offizier Alexander Alexandrow von einer russischen Spezialeinheit der Stadt Toljatti vor.

Er gehöre dort einer Gruppe von 14 Männern an und sei seit dem 6. März in der ostukrainischen Rebellenhochburg Luhansk stationiert. Alle vier bis fünf Tage pendle er mit seinen Kameraden in und aus der Umgebung von Schtschastia.

Die Stadt liegt weniger als 20 Kilometer nördlich von dem von den prorussischen Separatisten beherrschten Luhansk entfernt. Schtschastia ist umkämpft. Der seit einem Jahr andauernde Konflikt in der Ostukraine hat mehr als 6100 Menschen das Leben gekostet. Ein im Februar ausgehandelter Waffenstillstand hat die Kämpfe zwar abflauen lassen, er wurde aber immer wieder gebrochen.

Lyssenko sagte, erst am Sonntag seien zwei ukrainische Soldaten getötet worden, zwei Freiwillige seien ums Leben gekommen, als ihr Fahrzeug bei Luhansk auf eine Mine gefahren sei.

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