Sie sind hier: Home > Politik > Ausland > Terrorismus >

Islamischer Staat kontrolliert die Hälfte von Syrien

Sorge um Zivilisten und Weltkulturerbe  

Der IS kontrolliert jetzt die Hälfte Syriens

21.05.2015, 18:09 Uhr | dpa

Islamischer Staat kontrolliert die Hälfte von Syrien. Ein IS-Kämpfer feuert auf syrische Truppen auf einer Straße zwischen Homs und Palmyra (Quelle: AP/dpa)

Ein IS-Kämpfer feuert auf syrische Truppen auf einer Straße zwischen Homs und Palmyra (Quelle: AP/dpa)

Der Islamische Staat (IS) ist nicht zu stoppen: Die Terrormiliz hat die historische Oasenstadt Palmyra in Zentralsyrien überrannt und kontrolliert damit nun rund die Hälfte der Fläche des Landes. Zehntausende Flüchtlinge sind den Dschihadisten jetzt ausgeliefert.

Normalerweise leben in Palmyra bis zu 50.000 Menschen. Der Bürgerkrieg zwischen verschiedenen Aufständischen, Islamisten und den Truppen von Machthaber Baschar al-Assad hat aber zusätzlich Zehntausende Flüchtlinge in die Stadt gespült. Sie sitzen nun in der Falle: Die Straße Richtung Osten kontrolliert der IS, im Westen toben Kämpfe. Schon früher hatte die Terrormiliz nach Eroberungen Zivilisten getötet, weil diese angeblich mit dem Regime kooperiert hätten.

Kein Strom, kein Wasser

Die humanitäre Lage in Palmyra sei schwierig, sagte der Leiter der Menschenrechtler, Rami Abdel Rahman. Das Regime habe mehrere Luftangriffe gegen IS-Stellungen geflogen. Aktivisten des Medienzentrums Palmyra berichteten, die Terrormiliz habe eine Ausgangssperre verhängt und durchkämme die Häuser auf der Suche nach Regierungsanhängern. Demnach schnitten die Extremisten mehreren Kämpfern des Regimes die Kehle durch.

Laut den Menschenrechtsbeobachtern ist in Palmyra seit vier Tagen der Strom ausgefallen. Es gebe auch kein Wasser und keine medizinische Versorgung mehr. Unklar ist, wie viele Menschen sich noch in Palmyra aufhalten. Den Aktivisten zufolge sind noch mehrere Zehntausend in der Stadt. Mehr als die Hälfte seien Flüchtlinge. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Hunderte Statuen gerettet

Unterdessen bestätigte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, dass die Extremisten auch die archäologischen Stätten Palmyras erobert haben. Mit dem Vormarsch der Extremisten wächst die Sorge um die rund 2000 Jahre alten Kulturgüter, die zum Unesco-Weltkulturerbe gehören. Anders als die Zivilisten wurden Statuen vor dem Einmarsch des IS gerettet, sagte der Leiter der syrischen Museums- und Altertumsbehörde, Mamun Abdul-Karim. Das war bei den großen Monumenten selbstverständlich nicht möglich.

Die Unesco hatte sich "sehr besorgt" über den IS-Vormarsch in Palmyra geäußert. Die Kämpfe brächten eine der wichtigsten Weltkulturerbe-Stätten im Nahen Osten in Gefahr, warnte die Chefin der Kulturorganisation der Vereinten Nationen, Irina Bokowa. Die einstige Handelsmetropole Palmyra gilt als einer der bedeutendsten Komplexe antiker Bauten im Nahen Osten.

IS: Kultstätten von "Ungläubigen"

Im Nordirak hatten IS-Anhänger im Frühjahr bereits einmalige Kulturstätten zerstört - darunter die Ruinen der Jahrtausende alten Stadt Nimrud und die Grabungsstätte Ninive. Die altorientalischen Überreste stellen nach der radikalen Islam-Interpretation der Dschihadisten Kultstätten von "Ungläubigen" dar. Nach dieser Lesart sind auch jegliche Bilder und figürliche Darstellungen von Menschen verboten.

Öl- und Gasfelder unter Kontrolle

Das IS-Herrschaftgebiet erstreckt sich mittlerweile vor allem über den Norden und Osten Syriens. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Wüstengebiete. Auch im benachbarten Irak kontrollieren sie riesige Regionen. Dort hatten sie im Westen des Landes am vergangenen Wochenende die Provinzhauptstadt Ramadi eingenommen. Die Terrormiliz beherrsche nun auch fast alle Öl- und Gasfelder Syriens, erklärten die Menschenrechtsbeobachter. Die Extremisten finanzieren sich hauptsächlich aus dem Verkauf von Öl.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal