Sie sind hier: Home > Politik > Ausland > Terrorismus >

Irak startet Offensive gegen IS: "Greifen von drei Seiten an"

"Wir greifen von drei Seiten an"  

Irak startet Offensive gegen den Islamischen Staat

22.07.2015, 19:50 Uhr | t-online.de mit Material von Reuters, dpa

Irak startet Offensive gegen IS: "Greifen von drei Seiten an". Angriff auf den IS in der Provinz Anbar (hier nahe der Stadt Falludscha). (Quelle: Reuters)

Angriff auf den IS in der Provinz Anbar (hier nahe der Stadt Falludscha). (Quelle: Reuters)

Nur noch eine größere Stadt - Al-Haditha - hält Iraks Regierung in der Riesenprovinz Anbar. Der Rest ist in der Hand des Islamischen Staates (IS). Von Haditha aus startet Bagdad jetzt eine neue Offensive gegen den IS. Erstes Ziel: Die Armee will gemeinsam mit schiitischen Milizen und sunnitischen Stammeskämpfern die Versorgungslinien zum Militärstützpunkt Ain al-Assad sichern. Dort bilden amerikanische Marineinfanteristen irakische Soldaten aus.

Sicherheitskräfte und sunnitische Vertreter erklärten am späten Dienstag, man versuche, die zwischen den Orten gelegene Stadt Albu Hajat zu erobern, rund 20 Kilometer südöstlich von Haditha. Insider erklärten, die regierungstreuen Einheiten seien bei den ersten Gefechten schwerem Feuer der Islamisten ausgesetzt.

Die Stadt Haditha und der zugehörige Staudamm gehören zu den letzten Teilen von Anbar, die noch von der Regierung in Bagdad kontrolliert werden.

Der IS hatte die irakischen Truppen im Mai aus der Provinzhauptstadt Ramadi vertrieben. Die Islamisten haben weite Teile des Landes und des Nachbarstaates Syrien erobert und dort ein Kalifat ausgerufen.

Sunniten mit im Boot

"Wir greifen Da'isch von drei Seiten an", sagte ein sunnitischer Stammesführer der BBC. "Da'isch" ist das arabische Wort für den IS. Sunniten - eigentlich die Klientel des IS - gingen gemeinsam mit irakischen Militär- und Polizeieinheiten sowie mit schiitischen Milizen vor. Dass jetzt auch die sunnitischen Stämme vor Ort an der Offensive teilnehmen gilt als gutes Zeichen. In den Jahren zuvor hatten sie sich von der Regierung in Bagdad abgewendet - ein wichtiger Grund für den militärischen Erfolg des IS.

Abseits der Fronten führt der IS seinen schmutzigen Krieg gegen die irakische Zivilbevölkerung weiter: Bei zwei Autobombenanschlägen in überwiegend schiitischen Vierteln der irakischen Hauptstadt Bagdad starben am Dienstag mindestens 19 Menschen.

Eine Autobombe explodierte auf einer belebten Straße im östlichen Stadtteil Bagdad al-Dschadida. Dabei seien 17 Menschen getötet und 43 verletzt worden, die meisten davon Zivilisten. Rettungskräfte und ein Beamter im Innenministerium bestätigten die Angaben.

Mindestens zwei Menschen wurden den Angaben zufolge bei einem anderen Autobombenanschlag in Safaranija im Süden Bagdads getötet. Neun weitere Menschen wurden demnach verletzt. Zu den Anschlägen bekannte sich zunächst offiziell niemand. IS-Terroristen, die Schiiten als Ungläubige betrachten, verübten zuletzt jedoch wiederholt blutige Anschläge auf Angehörige der muslimischen Konfession.

Mädchen-Rekrutierer des IS festgenommen

Unterdessen hat die spanische Polizei einen mutmaßlichen Angehörigen der Terrormiliz gefasst, der junge Frauen für den Krieg in Syrien und im Irak angeworben haben soll. Der 29-jährige Spanier sei in der spanischen Nordafrika-Exklave Melilla festgenommen worden, teilte das Innenministerium in Madrid mit. Der Mann habe sich mit "Rekrutierung, Indoktrinierung und Radikalisierung" beschäftigt.

Bei der Festnahme sei in der Wohnung des Verdächtigen belastendes Propaganda-Material sichergestellt worden. Dieser neue Coup sei auch der Zusammenarbeit mit den marokkanischen Behörden zu verdanken. Er stehe in Zusammenhang mit der vor einigen Tagen auf der Urlaubsinsel Lanzarote erfolgten Festnahme einer mutmaßlichen IS-Mitarbeiterin, die den Erkenntnissen zufolge ebenfalls gezielt junge Frauen und Mädchen angeworben hat, wie es hieß. 

Die Mädchen, die sich nach amtlichen spanischen Angaben vorwiegend aus religiöser Überzeugung anwerben lassen, würden in Syrien und im Irak unter anderem sexuell ausgebeutet. Sie müssten auch Hilfsdienste etwa bei der Pflege von verletzten Kämpfern oder auch als Beobachterinnen leisten. Wie viele junge Frauen und Mädchen bisher in Spanien angeworben wurden, ist nicht bekannt. 

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal