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Cem Özdemir kritisiert Türkei: Erdogan täuscht den Westen

Erdogans angeblicher IS-Krieg  

Özdemir: "Wir im Westen sollen getäuscht werden"

29.07.2015, 12:05 Uhr | dpa , t-online.de

Cem Özdemir kritisiert Türkei: Erdogan täuscht den Westen. Grünen-Vorsitzender Cem Özdemir sieht Türkei unter Erdogan auf dem Weg zum "Mini-Pakistan". (Quelle: dpa)

Grünen-Vorsitzender Cem Özdemir sieht Türkei unter Erdogan auf dem Weg zum "Mini-Pakistan". (Quelle: dpa)

Nach dem tödlichen Attentat von Suruc mit 32 Toten änderte die Türkei ihren Kurs gegenüber dem Islamischen Staat (IS). Ankara lässt nun IS-Stellungen bombardieren. Grünen-Chef Cem Özdemir hat dem türkischen Präsidenten Erdogan deshalb vorgeworfen, den "Westen zu täuschen". Das Vorgehen gegen den Islamischen Staat sei rein symbolisch.

"Wir können nicht wegschauen, wenn ein Land, das bis gestern noch in die EU wollte, sich unter Erdogan in ein Mini-Pakistan mit einem autoritären Herrscher direkt an der europäischen Grenze verwandelt", sagte Özdemir der "Passauer Neuen Presse". "Ich sehe ein Land, das ohne Not durch seinen Herrscher ins Chaos gestürzt wird."

"Bisher beide Augen zugedrückt"

Aus Sicht des Grünen-Parteichefs muss sich Erdogan auch vorwerfen lassen, er habe die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bislang weitgehend widerstandslos gewähren lassen. "Erdogan hat bisher beide Augen zugedrückt", sagte Özdemir. Es gebe sogar Berichte, dass Erdogan den IS aktiv unterstützt habe.

Das Vorgehen der Türkei gegen die Terrormiliz, die auch unter ihrem früheren Namen ISIS bekannt ist, sei rein symbolisch: "Damit sollen wir im Westen getäuscht werden. Es werden kaum Stellungen von ISIS angegriffen, relativ wenig ISIS-Anhänger in der Türkei verhaftet."

In der Türkei hat es seit vergangener Woche mehrere Terroranschläge des IS und der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK mit Dutzenden Toten gegeben. Die türkische Luftwaffe flog in der Folge erstmals Angriffe auf IS-Stellungen in Syrien, aber auch auf das PKK-Hauptquartier im Nordirak. Dabei sollen türkischen Medien zufolge mindestens 200 PKK-Kämpfer getötet worden sein. Sowohl die Kurden als auch die türkische Staatsführung erklärten die seit 2013 geltende Friedensvereinbarung zwischen beiden Seiten daraufhin für nichtig.

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