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Islamischer Staat sprengt historischen Triumphbogen in Palmyra

Zerstörung immer dramatischer  

IS sprengt historischen Triumphbogen in Palmyra

05.10.2015, 14:50 Uhr | AP, AFP

Islamischer Staat sprengt historischen Triumphbogen in Palmyra. Der Triumphbogen in Palmyra vor dem Angriff durch den IS. (Quelle: dpa)

Der Triumphbogen in Palmyra vor dem Angriff durch den IS. (Quelle: dpa)

Erneut hat die Terrormiliz Islamischer Staat ein Kulturgut von unschätzbarem Wert dem Erdboden gleich gemacht: Im syrischen Palmyra sprengten sie einen Triumphbogen aus der Römerzeit. Das meldeten oppositionelle Aktivisten.

Erst kürzlich hatte die IS-Miliz mit der Zerstörung zwei berühmter Tempel in Palmyra weltweit für Entsetzen und Empörung gesorgt.

Palmyra ist eine der bedeutendsten historischen Orte im Nahen Osten und zählt zum Unesco-Weltkulturerbe. Im Mai eroberte der IS die Ruinenstadt.

Die Extremisten setzen in ihrem selbst erklärten "Kalifat" in Syrien und im Irak eine brutale Lesart des islamischen Rechts durch, das in antiken Kulturgütern Symbole des Götzendiensts und Heidentums sieht, die es zu zerstören gelte.

Der Triumphbogen ruhte über der berühmten Großen Kolonnade der Stätte, die unter Syrern liebevoll als "Braut der Wüste" bekannt ist. Am Sonntagabend berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, IS-Kämpfer hätten den fast 2000 Jahre alten Bogen in die Luft gesprengt. Die Große Kolonnade, die ebenso berühmte Säulenstraße, hätten sie jedoch intakt gelassen.

Über Twitter meldete der Aktivist Chaled al-Homsi ebenfalls die Zerstörung des Bauwerks. Der Oppositionelle ist ein Neffe des Archäologen Chaled al-Assad, der sein Leben der Erforschung von Palmyra gewidmet hatte und Verwandten und Augenzeugen zufolge im August von IS-Extremisten enthauptet wurde.

Zwei bedeutende Tempel sind schon zerstört

In den vergangenen Wochen hatte die Dschihadistengruppe die beiden berühmten Tempel zu Ehren der Götter Baalschamin und Baal dem Erdboden gleichgemacht. Drei antike Grabtürme wurden ebenfalls ausradiert. Die Unesco hatte die Zerstörung als "inakzeptables Verbrechen gegen die Zivilisation" kritisiert.

Vor dem Ausbruch des Bürgerkriegs im Frühling 2011 hatte das Weltkulturerbe zu den beliebtesten touristischen Zielen im Nahen Osten gehört. Die Ruinenstadt liegt 210 Kilometer nordöstlich der syrischen Hauptstadt Damaskus.

Der Name Palmyra bedeutet Stadt der Palmen und wurde erstmals im 19. Jahrhundert vor Christus erwähnt. Damals war die Stadt eine Station für Karawanen auf der Seidenstraße nach Asien. Ihr eigentlicher Aufstieg begann nach der Eroberung durch die Römer im ersten Jahrhundert vor Christus. Bald schon entwickelte sich die Stadt dank des Handels mit Gewürzen, Seide und Duftstoffen aus dem Osten sowie Statuen und Glaswaren aus Phönizien zu einer luxuriösen Metropole.

Ehemals freie Stadt

Im Jahr 129 nach Christus erklärte der römische Kaiser Hadrian Palmyra zur "freien Stadt" innerhalb seines Reiches. Vor der Verbreitung des Christentums wurde die Dreifaltigkeit Baal, Jarhibol (Sonne) und Aglibol (Mond) angebetet. In dieser Epoche entstanden die berühmten Tempel zu Ehren des babylonischen Gottes Baal - dem Äquivalent von Zeus - und des phönizischen Himmelsgotts Baalschamin.

Als das Römische Reich im dritten Jahrhundert zu bröckeln begann, erklärte Palmyra sich für unabhängig. Römische Truppen im Westen und persische Truppen im Osten wurden in einer Revolte Zenobias zurückgeschlagen, die dann Königin wurde. Bis zum Jahr 270 eroberte Zenobia ganz Syrien und Teile Ägyptens und stand an der Schwelle Kleinasiens. Doch als der römische Kaiser Aurelian die Stadt wieder einnahm, wurde die mächtige Königin nach Rom gebracht und Palmyra verlor an Bedeutung.

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