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Tschad: 62 Frauen wegen Vollverschleierung festgenommen

Wegen Vollverschleierung  

62 Frauen im Tschad festgenommen

16.10.2015, 07:13 Uhr | AP

Tschad: 62 Frauen wegen Vollverschleierung festgenommen. Eine vollverschleierte Frau im Tschad (Quelle: Reuters)

Eine vollverschleierte Frau im Tschad (Quelle: Reuters)

Nach einem Selbstmordattentat greift die Polizei im Tschad durch: 62 Frauen sind wegen öffentlicher Vollverschleierung festgenommen worden. Die Festgenommenen seien im Zuge von Anti-Terror-Maßnahmen ergriffen worden, sagte Polizeisprecher Paul Manka.

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Bei dem Selbstmordanschlag am vergangenen Wochenende mit mehreren Attentätern in dem afrikanischen Land waren 36 Menschen getötet worden.

150 Euro Strafe

Ein Großteil der Frauen sei seit Mittwoch in der Hauptstadt N'Djamena festgesetzt worden, sagte Manka. Bei dem Einsatz seien auch acht verdächtige Extremisten festgenommen worden.

Die Frauen werden laut Manka entlassen, sobald sie eine Strafe von umgerechnet rund 150 Euro bezahlt haben. Sollten sie wiederholt wegen der Verschleierung festgenommen werden, könne ihnen Beihilfe zum Extremismus vorgeworfen werden.

Frauen und Kinder mussten sich in die Luft sprengen

Vollverschleierungen oder Burkas sind seit Juni auf öffentlichen Plätzen im Tschad verboten. So will das Land extremistische Attacken verhindern, die die nigerianische Terrorgruppe Boko Haram in der Region verübt.

Die Gruppierung zwang am Samstag Frauen und Kinder dazu, sich in dem Ort Baga Sola am Tschadsee auf einem Markt und nahe einem Flüchtlingslager in die Luft zu sprengen. Dabei starben mindestens 36 Menschen. In Baga Sola nahe der nigerianischen Grenze leben seit Monaten Tausende Nigerianer, die vor Boko Haram geflohen sind.

Schon 20.000 Menschen getötet

Die Terrorgruppe hat bei jüngsten Selbstmordanschlägen in Nigeria, dem Tschad, Kamerun und Niger schon häufiger Mädchen und Frauen benutzt. Das hat die Sorge steigen lassen, dass die Terrorgruppe entführte Geiseln zu weiteren Taten in Ländern einsetzt, die Nigeria im Kampf gegen die Extremisten helfen.

Während des seit sechs Jahren andauernden Aufstandes von Boko Haram wurden laut Amnesty International schätzungsweise 20.000 Menschen getötet.

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