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Nahost-Experte warnt: Bodeneinsätze gegen den IS wären ein Desaster

Diskussion über Syrien-Einsatz  

Nahost-Experte: "IS will die Europäer in einen Bodenkrieg zwingen"

17.11.2015, 20:12 Uhr | AFP, dpa, t-online.de

Nahost-Experte warnt: Bodeneinsätze gegen den IS wären ein Desaster. Bodenkampf in Syrien - hier in Aleppo. (Quelle: dpa)

Bodentruppen in Syrien - hier in Aleppo. Experten sind sich uneins, inwieweit eine Ausweitung militärischer Aktionen gegen den IS sinnvoll sind. (Quelle: dpa)

Der Islamwissenschaftler und Nahostexperte Michael Lüders hat vor der Entsendung von Bodentruppen im Kampf gegen die Dschihadisten-Organisation Islamischer Staat (IS) in Syrien und dem Irak gewarnt.  

"Der IS will die Europäer in einen Bodenkrieg zwingen und hofft, dass die Nato so unbedacht ist, mit Bodentruppen in diese Länder hineinzugehen", sagte Lüders im Fernsehsender Phoenix. "Wenn das geschehen sollte, hat der IS genau das erreicht, was er erreichen wollte und kann sich als Märtyrer-Brigade stilisieren, die dem westlichen Imperialismus die Stirn bietet."

Attentäter wollten nur "möglichst viele Menschen töten"

"Der IS hat eine klare Strategie, sucht den Showdown mit den westlichen Gesellschaften und will, dass wir Geiseln der Angst werden", sagte Lüders. Über die Anschläge von Paris vom Freitagabend sagte er, diese seien "eine neue Dimension des Terrors". Erstmals sei eine europäische Metropole gezielt von Selbstmordattentätern heimgesucht worden, die nichts anderes im Sinn gehabt hätten, als möglichst viele Menschen zu töten. "Aber wir sollten uns sehr davor hüten, den Terroristen den Gefallen zu tun, mit einer Kriegsrhetorik nun aufzurüsten".

Experte: Kampf gegen IS wird Jahre dauern

Den IS zu bekämpfen werde Jahre dauern, war der Nahostexperte überzeugt. Um die Terroristen zu isolieren und ihnen ihre Geldquellen zu entziehen, sei es notwendig, die internationalen Fehler der Vergangenheit und Gegenwart aufzuarbeiten. 

Die USA hätten im Nahen Osten Chaos hinterlassen, und es gebe immer noch Staaten, die mittelbar - wie die Türkei - mit dem IS Geschäfte machten. "Man muss sich nicht mit allen Verbrechern dieser Welt ins Bett legen", so Lüders weiter.

Riecke: "Luftschläge werden nicht reichen"

Der Sicherheitsexperte Henning Riecke von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) hält Bodentruppen im Kampf gegen den IS hingegen für erforderlich. "Luftschläge und Distanzwaffen werden jedenfalls nicht reichen", sagte Riecke dem "Mannheimer Morgen".

Damit könnten zwar Camps und Fahrzeuge zerstört werden. "Aber letztlich geht es ja auch darum, Kämpfer sicher auszuschalten oder dingfest zu machen", sagte Riecke. "Daher glaube ich, dass man die militärische Auseinandersetzung zumindest partiell auch am Boden führen muss."

Stärkeres politisches Engagement des Westens notwendig

Er gehe davon aus, dass die Anschläge von Paris einen Strategiewechsel nach sich ziehen, sagte Riecke der Zeitung. Er rechne damit, dass Frankreich zusammen mit einigen Verbündeten wie den USA nun in Syrien am Boden militärisch gegen den IS vorgehe.

Im Kampf gegen den IS sei allerdings auch ein stärkeres politisches Engagement des Westens erforderlich. "Kurzfristig ist es sicher sinnvoll, Stellungen und Ausbildungslager der Terrormiliz zu zerstören. Aber auf Dauer kann wohl nur eine Stabilisierung der Konflikte in Syrien und im Irak dem IS den Nährboden entziehen."

Begrenzte Luftangriffe sinnvoll

Nach Ansicht des Sicherheitsexperten Karl-Heinz Kamp kann eine Ausweitung der Militäroperationen gegen den IS die Terror-Gefahr allerdings nicht bannen. "Dass Frankreich jetzt seine Luftangriffe ausgeweitet hat, ist nachvollziehbar, aber dies muss nicht zwingend Nato-Aktivitäten nach sich ziehen", sagte der Präsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik (Baks). Begrenzte Luftangriffe gegen den IS sind seiner Meinung nach dennoch sinnvoll, weil sie die Organisation zwängen, sich zu verstecken.


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