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Islamischer Staat scheffelt Millionen: So finanziert sich der IS

Reichste Terror-Organisation  

So finanziert sich der Islamische Staat

19.11.2015, 17:45 Uhr | dpa

Islamischer Staat scheffelt Millionen: So finanziert sich der IS. IS-Kämpfer in Syrien: Der Islamische Staat gilt als reichste Terror-Organisation aller Zeiten. (Quelle: dpa)

IS-Kämpfer in Syrien: Der Islamische Staat gilt als reichste Terror-Organisation aller Zeiten. (Quelle: dpa)

Der sogenannte Islamische Staat (IS) kann auf mehr Finanzmittel zurückgreifen als jede andere Terror-Organisation der Welt. Die Geldströme stammen aus ganz unterschiedlichen Quellen.

Der IS finanziert sich nicht nur aus Spenden, Lösegeld, Banküberfällen oder Schmuggelgeschäften wie andere Terrorgruppen, sondern kann auf die staatliche Infrastruktur in den von ihm eroberten Gebieten Syriens und des Iraks zurückgreifen.

Allerdings hat der IS auch hohe Ausgaben in seinem "Kalifat", da er Staatsdienste vorhalten muss. Exakte Angaben, wie "reich" der IS tatsächlich ist, gibt es nicht.

Bis zu zwei Millionen täglich durch Öl

Als eine Haupteinnahmequelle gilt der Verkauf von Erdöl zum Beispiel aus den Ölfeldern Al-Tanak und Al-Omar in Ostsyrien. Öl wird auch in kleinen primitiven Raffinerien verarbeitet und über die türkische Grenze sowie in die irakischen Kurdengebiete geschmuggelt.

US-Experten schätzen die Einnahmen auf ein bis zwei Millionen Dollar pro Tag. Die französische Luftwaffe hatte deshalb zuletzt gezielt die Ölindustrie-Infrastruktur im IS-Gebiet angegriffen, um diese Finanzquelle versiegen zu lassen.

Schutzgelderpressung als Steuern

Zudem erheben die Extremisten in ihrem "Kalifat" Steuern. Das soll nach Schätzungen bis zu eine Million Dollar pro Tag einbringen. Die Financial Action Task Force, ein internationales Gremium gegen Geldwäsche, beschrieb das IS-Steuersystem im Februar 2015 als "ausgeklügelte Schutzgelderpressung" der einheimischen Händler und Geschäftsleute. Nicht-Muslime müssen eine Sondersteuer zahlen.

Hohe Summen erzielt der IS aus dem Verkauf geplünderter Antiquitäten und Schätze des Altertums. US-Vertreter erklärten dem "Wall Street Journal", damit nehme der IS 100 Millionen Dollar im Jahr ein. Mehrere Dutzend Millionen sollen Lösegelderpressungen jährlich einbringen.

Spenden für humanitäre Projekte

Bei der Eroberung der nordirakischen Stadt Mossul soll die Terrormiliz umgerechnet 318 Millionen Euro erbeutet haben, die bei der Zentralbank lagerten. Diese Zahl ist allerdings umstritten.

Außerdem erhält der IS Spenden. Islamistische Organisationen sammeln Geld für angeblich humanitäre Projekte. Private Großspender in den sunnitischen Golfmonarchien sollen in den Aufbaujahren der Organisation zudem dreistellige Millionenbeträge gesammelt haben.

Ob dieses Geld weiterhin fließt, ist unklar. Die USA versuchen, die beteiligten Bankinstitute zu ermitteln und die Geldströme zu kappen.

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