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Wahlen in Frankreich: Front National erleidet Schlappe

Regionalwahlen in Frankreich  

Herbe Schlappe für Le Pen bei zweiter Runde

14.12.2015, 08:02 Uhr | dpa, AFP

Wahlen in Frankreich: Front National erleidet Schlappe. Niederlage für Marine Le Pens Front National (Quelle: AP/dpa)

Niederlage für Marine Le Pens in der zweiten Runde der französischen Regionalwahlen. Niederlage für Marine Le Pens Front National (Quelle: AP/dpa)

Die fremdenfeindliche Partei Front National hat in der zweiten Runde der französischen Regionalwahlen in keiner der 13 Regionen eine Mehrheit erringen können. Dagegen gewannen die konservativen Republikaner um Ex-Staatschef Sarkozy voraussichtlich sieben Regionen, wie Wählerbefragungen und Zahlen des Innenministeriums nahelegten.

Damit übertrumpften sie auch die sozialistische Regierungspartei von Präsident François Hollande, die demnach in fünf Regionen siegte. Das Endergebnis soll am Montag feststehen.

"Uns wird nichts stoppen"

Nach der ersten Wahlrunde vor einer Woche hatte die Front National noch in sechs Regionen geführt. FN-Parteichefin Marine Le Pen unterlag in der Region Nord-Pas de Calais-Picardie mit 42,8 Prozent der Stimmen dem Konservativen Xavier Bertrand, der 57,2 Prozent erzielte. Bertrand, ein früherer Arbeitsminister unter Sarkozy, dankte Wählern aus dem linken Spektrum für deren Unterstützung.

"Hier haben die Franzosen eine Lektion des gemeinsamen Wahlkampfes erteilt", sagte er mit Blick darauf, dass die Front National von der Macht ferngehalten wurde. Die Unterstützer von Le Pen reagierten in der Parteizentrale auf Bertrands Äußerung mit Buhrufen. "Uns wird nichts stoppen", sagte Le Pen trotz ihrer Niederlage. Vielmehr strich sie die für die Partei positiven Aspekte der Wahl hervor, etwa die höhere Zahl der Sitze in den Regionalparlamenten. Diese hätten sich verdreifacht, sagte sie.

Le Pens Nichte Marion Marechal-Le Pen konnte in der südlichen Region Provence-Alpes-Côte d'Azur ebenfalls keine Mehrheit erzielen. Den Umfragen zufolge errang sie 46,3 Prozent, während der konservative Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi, 53,7 Prozent bekam.

Sozialisten zogen Kandidaten zurück

Auch die Stichwahl in der Pariser Region ging an Sarkozys Partei. Zuvor war das Gebiet eine Bastion der Sozialisten gewesen. Auf Korsika gewann der unabhängige Kandidat Gilles Simeoni.

Im zweiten Wahlgang war es am Sonntag jeweils um die absolute Mehrheit in den Regionen gegangen. Die regierenden Sozialisten von Präsident Hollande, die vorigen Sonntag nur drittstärkste Kraft wurden, zogen einige chancenlose Kandidaten zurück. Die konservativen Republikaner hofften als Nummer zwei nun auf Zugewinne. Zugute kam ihnen außerdem, dass die Wahlbeteiligung stieg - offenbar wollten viele vorherige Nichtwähler die Front National so von der Macht fernhalten.

Trotz des Erfolges in der ersten Runde hatten Umfragen vor diesen Stichwahlen Zweifel geweckt, dass die FN erneut die Nase vorn haben könnte. Auftrieb hatte die FN durch die Debatte über Zuwanderung und die Angst vor islamistischem Terror nach den Pariser Terroranschlägen vom 13. November erhalten. Le Pen will 2017 französische Präsidentin werden.

Nach vorläufigen Angaben betrug die Beteiligung 50,4 Prozent. Im Vergleich zu den Regionalwahlen 2010 waren das zu diesem Zeitpunkt sieben Prozent mehr.

Regierungschef Manuel Valls warnte, dass die Gefahr der Rechtsextremen weiterhin bestehe. Er rief sein Land auf, gemeinsam gegen Extremismus einzutreten. In Momenten der Wahrheit habe Frankreich immer Zuflucht in seinen wirklichen Werten gesucht.

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