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Marine Le Pen sorgt mit brutalen IS-Fotos auf Twitter für Empörung

Streit mit Journalisten  

Marine Le Pen empört mit brutalen IS-Fotos

17.12.2015, 12:46 Uhr | AFP

Marine Le Pen sorgt mit brutalen IS-Fotos auf Twitter für Empörung. Nutzt gerne neue Medien und soziale Netzwerke, nicht immer zur Freude anderer: FN-Chefin Marine Le Pen. (Quelle: AFP)

Nutzt gerne neue Medien und soziale Netzwerke, nicht immer zur Freude anderer: FN-Chefin Marine Le Pen. (Quelle: AFP)

Mit der Veröffentlichung brutaler Fotos von Opfern der Terrormiliz Islamischer Staat hat die rechtsextreme französische Politikerin Marine Le Pen für Empörung gesorgt. Frankreichs Innenminister hat die Polizei eingeschaltet.

Le Pen veröffentlichte auf ihrem Twitter-Konto drei Fotos von Männern in orangefarbener Gefangenenkleidung, die offenbar Opfer der IS-Dschihadisten wurden. Eines zeigt einen enthaupteten Leichnam mitsamt des abgetrennten, blutverschmierten Kopfes, ein zweites einen in Brand gesetzten Gefangenen in einem Käfig, ein drittes einen Mann, kurz bevor er von einem Panzer überfahren wird. Die Fotos versah die FN-Chefin mit dem Satz: "Daesh c'est ÇA" - "DAS ist der IS".

Die Vorsitzende des Front National reagierte damit auf Äußerungen des bekannten Journalisten Jean-Jacques Bourdin. Dieser hatte in einem Interview mit einem Islamismus-Experten Parallelen zwischen dem IS und dem rechtsextremen FN hergestellt - beiden sei eine "selbstbezogene Abschottung" ähnlich. Le Pen bezeichnete diesen Vergleich auf Twitter als "inakzeptable Entgleisung" und veröffentlichte dazu die Fotos der IS-Opfer - die auch weiterhin dort zu finden sind.

Der sozialistische Premierminister Manuel Valls bezeichnete Marine Le Pen deshalb als "Brandstifterin". Valls verurteilte die Veröffentlichung dieser "abscheulichen Fotos", die "ein politischer und moralischer Fehler, eine Respektlosigkeit gegenüber den Opfern" sei.

Eltern von IS-Opfer schockiert

Auch die Eltern des in Syrien ermordeten US-Journalisten James Foley zeigten sich empört: "Wir sind zutiefst schockiert über den Gebrauch, der von Jim zum politischen Nutzen von Le Pen gemacht wird, und hoffen, dass das Foto unseres Sohnes, sowie zwei weitere explizite Bilder umgehend zurückgezogen werden", erklärten John und Diane Foley. Die Taten von Le Pen widersprächen allem, wofür ihr Sohn gestanden habe.

Der französische Innenminister Bernard Cazeneuve sagte in der Nationalversammlung, er habe die Fotos einer Abteilung der Polizei gemeldet, die sich mit illegalen Inhalten im Internet befasst. Bei den Fotos handle es sich um "Propaganda des IS". "Sie sind eine wahrhafte Beleidigung der Opfer des Terrorismus."

Der Radio-Journalist Bourdin betonte, er habe keineswegs gesagt, dass der Front National wie der IS sei - er hatte lediglich in einem Punkt einen Vergleich gezogen. Bourdin verurteilte deshalb die "hysterischen Reaktionen" von Seiten des FN. "Es ist unangenehm, dass jemand hysterisch wird, wenn wir Fragen stellen. Wir werden weiter Fragen stellen - ob das den FN-Verantwortlichen gefällt oder nicht."

Zuvor war Bourdin unter anderem von FN-Vize Louis Aliot attackiert worden, der auch Le Pens Lebenspartner ist. Aliot twitterte, wenn Bourdin die FN mit dem IS vergleiche, dann werde er den Journalisten mit NS-Propagandaminister Joseph Goebbels vergleichen.


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