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Erdogan als Lebensretter? "Schluchzender Mann" auf Bosporus-Brücke

"Schluchzender Mann" auf Bosporus-Brücke  

Erdogan inszeniert sich als Lebensretter

27.12.2015, 08:50 Uhr | AP, AFP

Erdogan als Lebensretter? "Schluchzender Mann" auf Bosporus-Brücke  . Der Mann, der sich von der Bosporus-Brücke in Istanbul stürzen wollte, bedankt sich bei seinem angeblichen Retter Erdogan. (Quelle: AP/dpa)

Der Mann, der sich von der Bosporus-Brücke in Istanbul stürzen wollte, bedankt sich bei seinem angeblichen Retter Erdogan. (Quelle: AP/dpa)

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan soll einen Mann in Istanbul von einem Sprung von einer Brücke abgehalten haben. Das behauptet seine Präsidentschaftskanzlei und liefert auch gleich Bilder mit. Für die Aktion verließ Erdogan allerdings nicht mal seinen Wagen.

Der Konvoi des Präsidenten sei auf der Bosporus-Brücke in Istanbul unterwegs gewesen, hieß es. Dort stand ein Mann, der offenbar abwog, ob er springen sollte oder nicht - wegen Familienproblemen. 

Erdogan habe versprochen, ihm zu helfen, und ihn so umgestimmt, so die Meldung zur heldenhaften Tat. Auf Fernsehbildern soll zu sehen sein, wie Erdogans Berater dem Mann sagen, der Präsident der Türkei wolle mit ihm sprechen. 

In fünf Minuten überzeugt 

Daraufhin eskortieren sie den schluchzenden Mann zum Auto Erdogans, der den Mann aus dem Wagen heraus binnen fünf Minuten überzeugte, von seinem Vorhaben abzulassen.

Der Mann stammt demnach aus Siirt im Südosten der Türkei, wo die Armee gerade eine Großoffensive gegen Kämpfer der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) führt. Die Nachrichtenagentur Dogan verbreitete ein Video, auf dem zu sehen ist, wie der Mann die Hand des Präsidenten küsst. Anschließend sei er in Sicherheit gebracht worden.

Ob die Geschichte wirklich so passiert ist oder was davon inszeniert war, lässt sich nicht unabhängig überprüfen. Um die Pressefreiheit in der Türkei ist es ohnehin schlecht bestellt: Aktuell drohen mehreren regierungskritischen Journalisten Prozesse, darunter dem Chefredakteur der Zeitung "Hürriyet".

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