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Urteil in der Türkei: Mehrjährige Haftstrafe für Journalisten Can Dündar

Urteil in der Türkei  

Mehrjährige Haftstrafe für Journalisten Can Dündar

06.05.2016, 19:51 Uhr | dpa

Urteil in der Türkei: Mehrjährige Haftstrafe für Journalisten Can Dündar. Der Journalist Can Dündar ist in Istanbul zu fast sechs Jahren verurteilt worden. Kurz vor dem Urteil wurde auf ihn geschossen. (Quelle: Reuters)

Der Journalist Can Dündar ist in Istanbul zu fast sechs Jahren verurteilt worden. Kurz vor dem Urteil wurde auf ihn geschossen. (Quelle: Reuters)

Im Prozess gegen regierungskritische Journalisten in der Türkei ist der Chefredakteur der Zeitung "Cumhuriyet" zu fünf Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Sein Hauptstadtbüroleiter Erdem Gül erhielt eine fünfjährige Gefängnisstrafe.

Das Gericht in Istanbul habe Can Dündar der Veröffentlichtung geheimer Dokumente schuldig befunden, berichtete eine dpa-Reporterin von der Urteilsverkündung am Abend.

Bereits vor dem Urteil hatte Dündars Anwalt Bülent Utku für den Fall eines Schuldspruchs Berufung angekündigt. Nach Utkus Angaben müssen Dündar und Gül vor einem rechtskräftigen Urteil nicht ins Gefängnis.

Schüsse vor dem Urteil

Kurz vor der Urteilsverkündung hatte ein bewaffneter Angreifer  auf Dündar geschossen. Er blieb unverletzt. Der Schütze wurde festgenommen.

Nicht schuldig befand das Gericht die beiden Journalisten in den Anklagepunkten, in denen ihnen vorgeworfen wurde, die Regierung stürzen zu wollen und Spionage betrieben zu haben.

Weiterhin verantworten müssen sich Dündar und Gül für angebliche Unterstützung einer Terrororganisation. Das Gericht gab dem Antrag der Staatsanwaltschaft statt, dass dieser Punkt in einem gesonderten Verfahren abgeurteilt werden soll.

Angebliche Waffenlieferungen an Terroristen

Hintergrund der Anklage ist ein "Cumhuriyet"-Bericht über angebliche Waffenlieferungen der Türkei an Extremisten in Syrien aus dem vergangenen Jahr.

Staatspräsident Erdogan hatte Anzeige gegen Dündar und Gül erstattet. Sowohl Erdogan als auch der türkische Geheimdienst MIT wurden als Nebenkläger zugelassen.

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