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Boko-Haram-Geiseln: Nigeria befreit zweites Chibok-Mädchen

Zweites Chibok-Mädchen aufgetaucht  

Nigerias Militär befreit 97 Boko-Haram-Geiseln

20.05.2016, 10:06 Uhr | dpa

Nigerias Streitkräfte vermelden einen Schlag gegen die islamistische Terrormiliz Boko Haram. Die Militärs haben nach eigenen Angaben 97 Geiseln aus der Gewalt der Terroristen befreit. Unter ihnen befindet sich wohl auch eine zweite der vor mehr als zwei Jahren entführten Schülerinnen aus dem Ort Chibok.

Am Mittwoch war erstmals eines der Mädchen wieder aufgetaucht, das nach dem Angriff auf die Schule im nordöstlichen Bundesstaat Borno verschleppt worden war.

In Sambisa-Waldregion gefangen

Bei dem folgenden Militäreinsatz in der Sambisa-Waldregion seien 35 Boko-Haram-Kämpfer getötet worden, teilte der Armeesprecher Sani Usman mit. Bei den 97 befreiten Geiseln soll es sich um Frauen und Kinder handeln. Die Identität des angeblich befreiten Chibok-Mädchens ist noch unklar.

Am Mittwoch hatten Aktivisten mitgeteilt, dass die 19-jährige Amina Ali Nkeki in der Nähe von Chibok aufgefunden worden sei. Sie wurde am Donnerstag von Nigerias Präsident Muhammadu Buhari in der Hauptstadt Abuja empfangen. Mehr als 200 der damals in Chibok entführten Mädchen werden noch immer vermisst.

Sechs Mädchen bei Kämpfen getötet

Nach Angaben von Joshua Danladi, Mitglied einer Bürgerwehr in Chibok, soll Nkeki mit den Behörden über die anderen Schülerinnen gesprochen haben. Diese hielten sich demnach in der Sambisa-Waldregion auf, die von der Terrormiliz Boko Haram schwer bewacht wird. Nkeki habe außerdem erzählt, dass sechs Mädchen bei einem Kampf zwischen Soldaten und Boko-Haram-Milizen ums Leben gekommen seien, sagte Danladi.

Boko Haram will im Nordosten Nigerias und in angrenzenden Gebieten einen sogenannten Gottesstaat errichten. Bei Angriffen und Anschlägen in der Region töteten die sunnitischen Fundamentalisten seit 2009 mindestens 14.000 Menschen. Mindestens 2000 Frauen und Mädchen befinden sich nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International in der Gefangenschaft der Extremisten.

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