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Kampf gegen IS: US-Soldaten mit Kurdenmiliz-Abzeichen verärgern Türkei

Offensive auf Al-Rakka  

US-Soldaten mit Kurdenmiliz-Abzeichen verärgern Türkei

27.05.2016, 21:02 Uhr | dpa, AFP, t-online.de

Kampf gegen IS: US-Soldaten mit Kurdenmiliz-Abzeichen verärgern Türkei. US-Soldaten mit dem Abzeichen der kurdischen YPG sorgen beim Bündnispartner Türkei für Verstimmung. (Quelle: AFP)

US-Soldaten mit dem Abzeichen der kurdischen YPG sorgen beim Bündnispartner Türkei für Verstimmung. (Quelle: AFP)

Fotos von US-Soldaten mit dem Abzeichen der syrischen Kurdenmiliz YPG auf der Uniform sorgen für Wirbel und verärgern die Türkei. Hinzu kommt, dass US-Präsident Barack Obama den Einsatz von Bodentruppen bisher kategorisch ausgeschlossen hat.

Der AFP-Fotograf Delil Souleiman sah in der Nähe der Frontlinie nahe der Provinzhauptstadt Al-Rakka, wie US-Soldaten die syrisch-kurdische Allianz Syrische Demokratische Kräfte (SDF) unterstützten - YPG-Kämpfer stellen einen Großteil der SDF.

Ein SDF-Kommandeur sagte, US-Bodentruppen "nehmen teil" an den Einsätzen nördlich der IS-Hochburg. "Sie beschießen Autos, die der IS als Bomben gegen uns einsetzt", führte Hawkar Kobane aus. Ein anderer SDF-Kommandeur, Baraa al-Ghanem, sagte, die US-Soldaten seien "an allen Positionen entlang der Front präsent".

Pentagon spielt Einsatz herunter

Dies ist pikant, denn bislang hatte die US-Regierung den Einsatz eigener Bodentruppen in dem Bürgerkriegsland abgelehnt und sich auf die Unterstützung von gemäßigten Rebellen aus der Luft konzentriert. Allerdings hatte sie im Herbst allgemein die Entsendung einiger Dutzend Spezialkräfte zur Koordinierung der militärischen Einsätze bekannt gegeben.

Pentagon-Sprecher Peter Cook erklärte nun, die US-Soldaten spielten bei der Rebellenoffensive nur eine untergeordnete Rolle. Diese Kräfte fügten sich bei ihren Einsätzen in bestimmten Gegenden "in das Umfeld ein", sagte er in Washington. Ein solches Vorgehen sei notwendig, damit diese Soldaten "ihren eigenen Schutz, ihre eigene Sicherheit" erhöhten.

Inzwischen sind die US-Spezialkräfte angewiesen worden, die YPG-Abzeichen wieder zu entfernen. Das Tragen dieser Abzeichen sei "ungenehmigt und unangemessen", teilten die US-Streitkräfte mit. Der in Bagdad stationierte US-Oberst Steve Warren sagte, es sei zwar nicht unüblich, dass die Spezialkräfte die Abzeichen ihrer Verbündeten trügen. Im konkreten Fall sei dies jedoch wegen der "politischen Befindlichkeiten" unangebracht. 

Massive Verärgerung in der Türkei

Dennoch sorgten die Bilder für große Verärgerung bei der Türkei: "Es ist inakzeptabel, dass US-Soldaten das Emblem einer Terrororganisation tragen", sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu in Antalya. 

Die US-Truppen könnten ebenso gut das Logo von Al-Kaida tragen "oder das Emblem von Boko Haram nutzen, wenn sie nach Afrika gehen", sagte Cavusoglu. Vor Journalisten ergänzte er voller Sarkasmus: "Wir raten den US-Truppen, IS-Abzeichen zu tragen, wenn sie in anderen Gegenden Syriens unterwegs sind." Wenn Washington die YPG nicht mit dieser Gruppe gleichsetze, sei dies "Messen mit zweierlei Maß und Heuchelei".

Die YPG ist wichtigster Partner der US-geführten Koalition gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien. Für die Türkei ist die Kurdenmiliz allerdings eine Terrororganisation wie die türkische PKK (Kurdische Arbeiterpartei).

"Politisch unsensibel und kontraproduktiv"

Experten warnen die US-Regierung daher davor, die Türkei zu verprellen. Ihr derzeitiges Vorgehen in Syrien sei "politisch unsensibel und kontraproduktiv", schrieb Emile Hokayem vom International Institute for Strategic Studies im Kurznachrichtendienst Twitter. Charles Lister vom Middle East Institute erklärte, das Verhalten der US-Soldaten in Al-Rakka habe "bedeutenden Ärger in Ankara" verursacht - "und das ist nicht gut".

Die SDF hatten am Dienstag mit Unterstützung der US-geführten Militärallianz eine neue Offensive im Norden der Provinz Al-Rakka gestartet. Es ist die bisher größte gegen den IS in Syrien. Laut einer SDF-Erklärung eroberten sie bereits fünf Dörfer, darunter Fatisah, Namroudija und Wasta.

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