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Sirte vor Rückeroberung - Armee dringt in IS-Hochburg in Libyen ein

Neue Regierung meldet Erfolg  

Libysches Militär rückt auf IS-Hochburg Sirte vor

09.06.2016, 12:37 Uhr | dpa

Sirte vor Rückeroberung - Armee dringt in IS-Hochburg in Libyen ein. Libysche Milizionäre feuern Artillerie auf IS-Stellungen in Sirte. (Quelle: Reuters)

Libysche Milizionäre feuern Artillerie auf IS-Stellungen in Sirte. (Quelle: Reuters)

Die neue libysche Regierung scheint Erfolge im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zu verbuchen. Nach Angaben eines Militärsprechers haben mit der Regierung verbündete Milizen sich in Teile der IS-Hochburg Sirte vorgekämpft.

Die Truppen seien in mehrere Viertel der Stadt eingedrungen. Gebiete westlich und südwestlich von Sirte, darunter der Flughafen, seien eingenommen. Die Hafenstadt gilt als das Machtzentrum des libyschen IS-Ablegers.

"Wir haben es geschafft, sie zum Rückzug in die Stadt zu zwingen", erklärte der Sprecher. Schiffe vor der Küstenstadt sollen den IS-Kämpfern die Flucht über das Mittelmeer unmöglich machen.

Die Nachrichtenseite Al-Wasat berichtet unter Berufung auf das Militär von heftigen Kämpfen. Krankenhäuser der Region meldeten dem Portal zufolge sechs tote und 30 verwundete Milizionäre. Am Montag hatte Tripolis bereits verkündet, die Einheiten stünden nur wenige Kilometer vor der Küstenstadt.

Libyen als IS-Sammelbecken

Diplomaten gingen zuletzt davon aus, dass sich in Sirte und Umgebung Tausende Dschihadisten aufhalten. Der libysche IS-Ableger gilt als mächtigster Außenposten der Fanatiker und als Sammelbecken für Kader aus dem IS-Kerngebiet in Syrien und dem Irak.

Die von den Vereinten Nationen vermittelte Einheitsregierung soll zwei rivalisierende Führungen im Land ersetzen. Sie nahm ihre Arbeit in Tripolis im März ohne die notwendige Zustimmung der Regierung im ostlibyschen Tobruk auf, wurde international aber faktisch anerkannt.

In den vergangenen Wochen konnten Milizen, die sich der Regierung anschlossen, die Dschihadisten auch in anderen Gebieten in Libyen zurückdrängen. Auch Kräfte, die die Regierung in Tobruk unterstützen, rücken vom Süden auf Sirte vor. Die Denkfabrik Crisis Group warnte deshalb kürzlich vor Konflikten der Milizen um die Ölfelder in der Region.

Welche Rolle spielen westliche Militärs?

Berichten zufolge befinden sich seit einiger Zeit westliche Militärangehörige im Land. Wie sie in den Kampf eingebunden sind, ist allerdings unklar. Westliche Militärmächte planen seit Monaten einen Einsatz in Libyen, um die Ausbreitung des IS zu stoppen. Dies lehnt der Chef der neuen Einheitsregierung Fajis al-Sarradsch allerdings ab.

Anders als von manchen Medien behauptet, wünsche sich seine Regierung keine Kampfhilfe durch Bodentruppen und auch keine Luftangriffe ausländischer Mächte, hatte Sarradsch der französischen Sonntagszeitung "Journal du Dimanche" gesagt. Unterstützung werde in Form von Satellitenaufklärung, Geheimdienstinformationen und "technischen Hilfen" benötigt.

Der nordafrikanische Staat kommt seit dem mit westlicher Militärhilfe erreichten Sturz von Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 nicht zur Ruhe. Die IS-Miliz hatte den Zerfall der Zentralmacht ausgenutzt, um sich weiter auszubreiten. Sie kontrolliert einen mehr als 100 Kilometer langen Küstenstreifen um Sirte.

Wichtige Rolle bei Flüchtlingskrise

Bei der Eindämmung der Flüchtlingskrise nimmt das Land am Mittelmeer eine zentrale Rolle ein. Über Libyen kamen allein im vergangenen Jahr mehr als 150.000 Menschen nach Europa. Seit der Schließung der Balkan-Route ist die Zahl von Migranten, die von hier aus über das Mittelmeer in die EU gelangen wollen, stark gestiegen. Im Land halten sich nach unterschiedlichen Angaben bis zu eine Million Flüchtlinge und Migranten auf. 

Sarradsch hat bereits angekündigt, keine Flüchtlinge aus Europa aufzunehmen. "Europa muss Wege finden, sie in ihre Heimatländer zurückzubringen. Sie können nicht bei uns leben", erklärte der Chef der Einheitsregierung in der "Welt am Sonntag".

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