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Omar Mateen filmte Polizistenmord live auf Facebook

Terror in Frankreich  

Polizistenmörder filmte sich live am Tatort

15.06.2016, 15:53 Uhr | Von Christoph Sydow, Spiegel Online

Omar Mateen filmte Polizistenmord live auf Facebook. Larossi Abballa (Quelle: Reuters)

Larossi Abballa (Quelle: Reuters)

Der Polizistenmörder von Magnanville war Frankreichs Behörden als militanter Islamist bekannt. Trotz laufender Ermittlungen konnte er die Tat begehen - und danach ein Livevideo bei Facebook veröffentlichen.

Am Montagabend um 20.52 Uhr startet Larossi Abballa einen Livestream bei Facebook. Zuvor hatte der 25-Jährige in dem Pariser Vorort Magnanville zunächst den Polizisten Jean-Baptiste Salvaing und kurz darauf offenbar auch dessen Ehefrau, eine Sekretärin in einem Polizeikommissariat, getötet. Nun filmt er sich selbst in der Wohnung seiner Opfer.

Video auf Facebook gelöscht

Inzwischen hat Facebook das Video und Abballas Account, den er unter dem Namen "Mohamed Ali" angelegt hatte, gelöscht. Doch der auf französische Dschihadisten spezialisierte Journalist David Thomson hat das Video gesehen und auch die Fotos seiner Opfer, die der Terrorist in dem sozialen Netzwerk veröffentlichte. Die französischen Ermittler werten das Material derzeit aus.

In dem 13-minütigen Clip bekennt sich Abballa zur Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS). "Ich habe den Aufruf von Scheich Adnani befolgt", zitiert Thomson aus dem Video. IS-Sprecher Abu Muhammad al-Adnani hat in den vergangenen Jahren mehrfach Sympathisanten der Terrormiliz zu Anschlägen in Europa aufgerufen - gegen Vertreter der Staaten aber auch gegen Zivilisten.

Gezielte Attacken gegen Sicherheitskräfte

In den vergangenen Jahren haben militante Islamisten wiederholt Sicherheitskräfte in Frankreich attackiert oder dies zumindest geplant:

  • Im März 2012 tötet der Dschihadist Mohammed Merah in Südfrankreich drei Soldaten , bevor er an einer jüdischen Schule in Toulouse drei Kinder und einen Lehrer erschießt.
  • Im Dezember 2014 stürmt ein 20-Jähriger unter "Allahu akbar"-Rufen ein Kommissariat im zentralfranzösischen Joué-lès-Tours . Er verletzt drei Beamte mit einem Messer, dann wird er erschossen.
  • Im Oktober und November 2015 werden mehrere mutmaßliche Dschihadisten festgenommen, die einen Anschlag auf die Marinebasis in Toulon geplant haben sollen .
  • Am 7. Januar 2016, dem ersten Jahrestag des Attentats auf "Charlie Hebdo", stürmt der Tunesier Tarek Belgacem mit einem Beil und einer Bombenattrappe auf eine Polizeistation in Paris zu und ruft "Allahu akbar". Die Beamten töten ihn .

"EM wird ein Friedhof"

In dem Facebook-Clip kündigte Abballa weitere Angriffe an: "Die Europameisterschaft wird ein Friedhof", sagt er laut Thomson in dem Video. Seit Freitag läuft die Fußball-EM in Frankreich. Er ruft außerdem IS-Unterstützer auf, noch mehr Polizisten, Gefängniswärter, Journalisten und Rap-Musiker zu töten. Auch konkrete Namen soll der Attentäter genannt haben.

Hinter Abballa soll in dem Video der dreijährige Sohn des getöteten Paars zu sehen gewesen sein. "Ich weiß noch nicht, was ich jetzt mit ihm mache", sagt der Terrorist.

Gegen Mitternacht stürmt eine Spezialeinheit der französischen Polizei die Wohnung. Die Einsatzkräfte erschießen Abballa und retten das Kind. Der Junge steht unter Schock, ist aber äußerlich unversehrt.

Verurteilter Terrorhelfer

Abballa war den französischen Behörden seit Jahren bekannt. Als Jugendlicher wurde er mehrfach wegen Körperverletzung, Diebstahl und Hehlerei bestraft. Danach geriet Abballa offenbar in islamistische Kreise. 2013 verurteilte ihn ein Gericht zu drei Jahren Haft, von denen sechs Monate auf Bewährung ausgesetzt werden. Abballa soll militanten Islamisten geholfen haben, nach Pakistan zu reisen. Dort habe die siebenköpfige Terrorgruppe Anschläge vorbereiten wollen.

Nach seiner Freilassung behielten die Behörden den Mann im Blick. Sie registrierten seine Hinwendung zum IS und nahmen Ermittlungen auf, weil sie vermuteten, er könne sich der Terrormiliz in Syrien anschließen. Die Behörden sollen auch das Telefon des Verdächtigen abgehört haben - verhindern konnten sie die Bluttat vom Montagabend trotzdem nicht.

Eigenen Lieferdienst

Abballa hatte sich zuletzt selbstständig gemacht. Als "Dr. Food" lieferte er nachts von 22.30 Uhr bis fünf Uhr Essen aus. Ein Menü aus Sandwich, Getränk und Dessert gab es für acht Euro. "Welche Variationen schmecken Ihnen am besten? Mein Ziel ist es, Sie zufriedenzustellen, Ihre Meinung ist mir wichtig", schrieb Abballa noch Ende April auf der Facebook-Seite seines Lieferdienstes.

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