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IS unter Verdacht: Anschläge erschüttern Saudi-Arabien zum Ramadan-Ende

Täter vermutlich IS-Anhänger  

Anschlags-Serie erschüttert Saudi-Arabien

05.07.2016, 08:12 Uhr | rtr

IS unter Verdacht: Anschläge erschüttern Saudi-Arabien zum Ramadan-Ende. Menschen versammeln sich in Medina in der Nähe des Anschlagsortes. (Quelle: Reuters)

Menschen versammeln sich in Medina in der Nähe des Anschlagsortes. (Quelle: Reuters)

In Saudi-Arabien haben sich zum Ende des Fastenmonats Ramadan an drei Orten Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Dabei wurden mehrere Menschen getötet, darunter vier Polizisten. 

Nach Angaben des Innenministeriums starben die Polizisten, als ein Attentäter vor der Propheten-Moschee in der heiligen Stadt Medina einen Sprengstoffgürtel zündete. Fast zeitgleich habe es in Katif einen ähnlichen Anschlag mit drei Toten gegeben. Bereits in der Nacht zuvor hatte sich ein Attentäter in Dschidda in die Luft gesprengt.

Serie von Attentaten in so kurzer Abfolge ungewöhnlich

Saudi-Arabien ist in den vergangenen Jahren immer wieder zum Schauplatz von Anschlägen radikal-islamischer Gruppierungen geworden. Eine Serie von Selbstmordattentaten in so kurzer Abfolge ist aber ungewöhnlich. Sie ereigneten sich zum Abschluss des islamischen Fastenmonats Ramadan, wenn in dem Königreich Millionen Menschen auf die Straßen und in die Moscheen strömen. Zu den Attentaten bekannte sich zunächst niemand.

Rechtzeitiger Eingriff verhinderte Schlimmeres

Nach Darstellung des Innenministeriums konnte bei dem Anschlag in Medina möglicherweise Schlimmeres verhindert werden, weil Polizisten auf den Täter aufmerksam wurden und ihn aufhalten wollten. Auf einem Parkplatz nahe der großen Moschee habe er dann den Sprengstoff gezündet. Vier Polizisten seien gestorben, fünf weitere seien verletzt worden.

Gläubige in Medina setzten ihre Gebete fort

Die Propheten-Moschee in Medina ist eines der größten Heiligtümer des Islams. Sie gilt als Grabstätte des Religionsstifters Muhammad. Trotz der Explosion setzten in der Nacht viele tausend Gläubige in der Moschee ihre Gebete fort, wie im saudiarabischen Fernsehen zu sehen war.

Fast zur gleichen Zeit gab es in der mehrheitlich schiitischen Stadt Katif an der saudi-arabischen Golfküste ein Selbstmordattentat. Nach Angaben des Innenministeriums wurden dort die sterblichen Überreste von drei Menschen entdeckt; sie seien noch nicht identifiziert worden. Die Explosion habe sich nahe einer schiitischen Moschee ereignet. Schiitische Einrichtungen werden in Saudi-Arabien immer wieder zum Ziel radikal-sunnitischer Attentäter.

Bereits in der Nacht zu Montag hatte sich in der Hafenstadt Dschidda am Roten Meer in unmittelbarer Nähe des US-Konsulats ein Attentäter in die Luft gesprengt. Dabei wurden zwei Menschen verletzt. Größere Schäden konnten offenbar auch hier verhindert werden, weil Sicherheitskräfte nach Ministeriumsangaben auf den Mann aufmerksam wurden und einschritten. Am Montag identifizierten die Behörden den Attentäter: Es handle sich um einen aus Pakistan stammenden Chauffeur, der seit zwölf Jahren in Dschidda gelebt habe.

In den vergangenen beiden Jahren gab es in dem sunnitischen Königreich zudem immer wieder Gewalttaten gegen Sicherheitsbeamte und gegen die schiitische Minderheit, zu denen sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekannte. IS-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi hat das saudiarabische Königshaus wiederholt der Tyrannei und des Abfalls vom Glauben bezichtigt und die Bürger aufgefordert, sich gegen die sunnitische Herrscherdynastie zu erheben.

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