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Anschlag in Nizza fordert über 80 Tote - Waffen in Lkw gefunden

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Anschlag in Nizza  

Amokfahrt mit Lkw fordert mindestens 84 Tote

15.07.2016, 08:36 Uhr | AP, dpa, rtr

Anschlag in Nizza fordert über 80 Tote - Waffen in Lkw gefunden. Anschlag in Nizza fordert mindestens 75 Tote (Quelle: Reuters)

Französische Polizisten und Forensiker untersuchen den von Kugeln zersiebten Lkw. (Quelle: Reuters)

Der französische Nationalfeiertag hat ein tragisches Ende genommen. Zum Ende der Feierlichkeiten ist in der südfranzösischen Stadt Nizza ein Lastwagen in feiernde Menschen gerast und hat neuesten Angaben zufolge 84 Menschen getötet.

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50 weitere wurden nach Angaben der Behörden verletzt. Der Lkw-Angreifer von Nizza hatte mit einer Pistole das Feuer eröffnet, bevor er von Polizisten erschossen wurde. Das verlautete am Freitag aus Ermittlerkreisen. Auch Regionalpräsident Christian Estrosi sagte, der Mann habe "mehrfach geschossen".

In dem Lastwagen wurden die Papiere eines 31 Jahre alten Mannes gefunden. Bei ihm handelt es sich nach Medienberichten um einen franko-tunesischen Bewohner der Küstenstadt. "Die Identifizierung des Lkw-Fahrers dauert noch an", hieß es aus Polizeikreisen.

Estrosi hatte zuvor außerdem gesagt, in dem 19-Tonner seien "schwere Waffen" gefunden worden. Aus Ermittlerkreisen hieß es dann am Morgen, es seien eine nicht funktionsfähige Granate und Waffenattrappen entdeckt worden. "Es ist eine Szene des Schreckens", sagte der lokale Abgeordnete Eric Ciotti dem Sender "France Info".

Ausnahmezustand wird verlängert

Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve nannte den Täter einen Terroristen. Die Polizei habe "in einer sehr gefährlichen Situation einen Terroristen ausschalten können", sagte er am Freitagmorgen in Nizza.

Staatspräsident François Hollande kündigte eine Verlängerung des seit der Pariser Terrorwelle geltenden Ausnahmezustandes um drei Monate an. Am Freitag wird er in Nizza erwartet. Spitzenpolitiker zeigten sich bestürzt über den neuen Anschlag.

Foto-Serie mit 8 Bildern

Es handele sich um das schlimmste Drama in der Geschichte Nizzas, schrieb Estrosi auf seinem offiziellen Twitter-Account. Der Lastwagen sei über den Bürgersteig gerast und und habe "mehrere hundert Leute niedergemäht", bevor ihn die Polizei gestoppt habe.

"Szene des Horrors"

Videoaufnahmen zeigten Chaos und Panik. Verängstigte Menschen rannten auf der Promenade des Anglais um ihr Leben. Auf dem Asphalt lagen Leichen, Verletzte bluteten oder hatten verbogene Gliedmaßen. Ciotti sprach von einer "Szene des Horrors."

Der Journalist Damien Allemand beschrieb die Lastwagen-Attacke in einem Online-Beitrag. Eine Feuerwerkshow anlässlich der Feiern sei gerade zu Ende gegangen und die Zuschauer vor dem Aufbruch gewesen, als es plötzlich Getümmel und Schreie gegeben habe. "Einen Bruchteil einer Sekunde später kam ein riesiger weißer Lastwagen mit einer verrückten Geschwindigkeit, drehte die Reifen, um so viele Menschen wie möglich niederzumähen", schrieb er. "Ich sah entlang seiner Route Körper wie Kegel umherfliegen. Hörte Lärm, Schreie, die ich nie vergessen werde."

Motive bleiben vorerst im Dunkeln

Laut Schilderungen des Unterpräfekten des Verwaltungsbezirks Alpes-Maritimes, Sébastien Humbert, ist der Lastwagen an der bei Touristen beliebten Strandpromenade Nizzas in die Menschenmenge gerast - und zwar über eine lange Distanz. Deshalb sei die Zahl der Opfer auch so hoch. Die Bilanz sei allerdings noch unsicher und vorläufig. Er sprach von einem "kriminellen Angriff". Zur Frage, ob es sich um einen Terrorangriff handele, äußerte er sich nicht.

Humbert rief in diesem Rahmen auch dazu auf, das Stadtzentrum zu meiden. Das Auswärtige Amt in Berlin riet dringend dazu, den Anweisungen der französischen Sicherheitskräfte Folge zu leisten und sich zur Lageentwicklung über die Medien informiert zu halten. Zahlreiche Rettungsmannschaften waren am Abend im Einsatz.

Zeuge: Attentäter soll geschossen haben

Ein in Nizza ansässiger Augenzeuge, Wassim Bouhlel, berichtete der Nachrichtenagentur AP, der Lastwagenfahrer sei zunächst in die Menge gerast und dann mit einer Waffe ausgestiegen. Dann habe er angefangen zu schießen. "Auf der Straße gab es ein Gemetzel. Überall Leichen", sagte Bouhlel.

Die Zeitung "Nice Matin" zeigte auf ihrer Internetseite ein Foto von einem beschädigten LKW. Das Fahrzeug sei "von Kugeln förmlich durchsiebt", so die Zeitung. Sie zitierte ihren Korrespondenten vor Ort: "Die Leute rennen, es herrscht Panik."

Eine Augenzeugin sagte dem Sender "France Info", sie sei mit anderen voller Angst geflohen: "Der LKW kam im Zickzack die Straße entlang. Wir rannten in ein Hotel und versteckten uns mit vielen anderen Leuten auf der Toilette." Eine andere Frau sagte dem Sender, sie habe sich mit etwa 200 anderen in einem Restaurant an der Promenade versteckt, wo sich die Dinge etwa zwei Stunden nach dem Angriff beruhigt hätten.

 (Quelle: dpa) (Quelle: dpa)

Hollande ruft Krisensitzung ein

In Folge des Anschlags hat Frankreichs Präsident François Hollande in Paris an einer Sitzung des Krisenstabs im Innenministerium teilgenommen. Wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf den Élysée-Palast meldete, besprach Hollande sich mit Premierminister Manuel Valls und Innenminister Bernard Cazeneuve. Cazeneuve reiste umgehend an den Tatort.

Hollande hatte erst am Donnerstag angekündigt, den seit den Anschlägen vom November 2015 geltenden Ausnahmezustand in dem Land nicht über den 26. Juli hinaus zu verlängern. Man könne diese Maßnahme nicht ewig aufrechterhalten, sagte er in einem Fernsehinterview.

Massive Sicherheitsvorkehrungen

Der Ausnahmezustand war zuvor mehrfach verlängert worden.
Frankreich war wiederholt Ziel von Anschlägen. Bei islamistischen Attentaten waren im vergangenen Jahr 149 Menschen gestorben, davon 130 bei der Pariser Terrorserie am 13. November 2015. Während der kürzlich zu Ende gegangenen Fußball-Europameisterschaft hatte ein Mann, der sich zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannte, nahe Paris einen Polizisten und dessen Partnerin umgebracht. Das Turnier fand unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt.

Auch zum Nationalfeiertag gab es massive Sicherheitsvorkehrungen. Für die traditionelle Militärparade auf den Champs-Élysées in Paris waren rund 11.500 Sicherheitskräfte mobilisiert wurden. Am Nationalfeiertag wird jedes Jahr der Erstürmung des Pariser Bastille-Gefängnisses am 14. Juli 1789 gedacht, die als Beginn der Französischen Revolution gilt. 

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