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Terror in Nizza: So erlebten Augenzeugen den Anschlag

Augenzeugen aus Nizza  

"Schreie, die ich nie vergessen werde"

15.07.2016, 14:32 Uhr | ckr, t-online.de

Terror in Nizza: So erlebten Augenzeugen den Anschlag. Nizza: die "Promenade des Anglais" kurz nach dem Anschlag. (Quelle: AFP)

Nizza: die "Promenade des Anglais" kurz nach dem Anschlag. (Quelle: AFP)

"Es war ein cooler Abend, die Atmosphäre war gut", schreibt Damien Allemand. Er ist Reporter bei Nizzas Lokalzeitung "Nice Matin". Auch Allemand verbringt den Abend auf der "Promenade des Anglais" - und wird Zeuge des Anschlags (hier zum Live-Blog). 

Irgendwann nach 22 Uhr - die Promenade ist "schwarz vor lauter Menschen", die Stadt hat gerade von einem Schiff in der Bucht aus ein Feuerwerk abgebrannt - hört Allemand in der Ferne "ein Rauschen". Menschen schreien. "Mein erster Gedanke war: Irgendein Typ will sein eigenes Feuerwerk abbrennen und hat die Sache nicht im Griff."

Zur gleichen Zeit läuft am Ende der Promenade eine Gruppe deutscher Abiturienten. Einer von ihnen ist Dan M.(18) . Er und seine Clique sind hier, um den Schulabschluss gebührend zu feiern. Sie haben sich das Feuerwerk angesehen und suchen nun nach einer Disko, um weiterzufeiern.

"Menschen, die wie Bowling-Kegel durch die Luft fliegen" 

"Gegen halb elf rennt plötzlich ein Haufen Leute an uns vorbei", sagt Dan. Erst denken die Jugendlichen, es breche ein Gewitter aus. Das hat schon den ganzen Abend in der Luft gelegen. "Aber an der Mimik von den Leuten und dem Geschrei habe ich gleich gemerkt, dass da etwas Schlimmeres passiert", sagt Dan zu t-online.de. Dann hört er Schüsse. Er und seine Freunde rennen der Menge hinterher. 

Damien Allemand ist noch mitten auf der Promenade. Er sieht plötzlich einen riesigen weißen Lastwagen heranrasen. Ein Video auf Youtube zeigt den Beginn der Höllenfahrt: Langsam nähert sich der Lkw. Polizisten versuchen, ihn zu stoppen -  dann gibt der Fahrer plötzlich Gas

Von einer Sekunde auf die andere bricht das Grauen aus: "Dieser Lkw des Todes schoss nur wenige Meter an mir vorbei", beschreibt der Reporter. Der Terrorist pflügt mit seinem Lastwagen durch die Menge. Allemand sieht Menschen, die "wie Bowling-Kegel durch die Luft fliegen". "Ich hörte Geräusche und Schreie, die ich nie vergessen werde", schreibt er.

"Bringen Sie sich in Sicherheit!" 

Dan und seine Freunde haben derweil das Ende der Promenade erreicht. Sie wissen immer noch, nicht was los ist. Auf der Promenade stehen Polizisten und winken die Gruppe weiter. "Allez-y, allez-y!", schreien sie - "Haut ab!". Die Abiturienten rennen weiter, verlassen die Promenade und flüchten in die nächste Bucht. 

Derweil wird der Attentäter von der Polizei gestoppt und erschossen. Ein Video auf Twitter ist angeblich am Rande dieser Szene gedreht und gibt einen zumindest akkustischen Eindruck wieder. Ein weiteres Video-Twitter zeigt Polizisten, die auf die Fahrerkabine des Lkw schießen

Allemand erlebt das Grauen direkt am Anschlagsort: Es wird geschrien: "Bringen Sie sich in Sicherheit!", "Bleiben Sie nicht hier!", "Wo ist mein Sohn? Wo ist mein Sohn?": 

Doch Allemand will wieder auf die Promenade zurück. Dort ist mittlerweile Stille eingekehrt: "Keine Sirenen, keine Autos." Ein 50-jähriger Mann läuft an ihm vorbei. "Es gibt Tote", sagt er weinend. Gleich hinter ihm liegen die ersten Leichen. Dann rasen die ersten Krankenwagen heran. Allemand ist wie betäubt: "Es war der Horror", schreibt er. 

Dan und seine Freunde sind mittlerweile im Hotel. Sie lesen die Nachrichten, sehen im Internet Leichen und Blut, genau da, wo sie kurz vorher herumgelaufen sind - und verstehen, was sie gerade erlebt haben: "Wir waren rund 100 Meter von dem Ort entfernt, wo der Lastwagen gestoppt wurde - am Ende der Höllenfahrt." 

Nach unbestätigten Berichten sollen Mitglieder einer Berliner Schülergruppe unter den Opfern des Anschlags sein. Die Rede ist von drei Toten. 

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