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Anschlag in Nizza: Was wir bisher über den Attentäter wissen

Anschlag in Frankreich  

Was wir bisher über den Attentäter von Nizza wissen

15.07.2016, 21:34 Uhr | AFP, t-online.de

Anschlag in Nizza: Was wir bisher über den Attentäter wissen. Terror in Frankreich: Der Attentäter von Nizza tötete mindestens 84 Menschen. (Quelle: dpa)

Terror in Frankreich: Der Attentäter von Nizza tötete mindestens 84 Menschen. (Quelle: dpa)

Bei einem Anschlag in Nizza raste ein Mann mit einem Lkw in eine Menge und tötete 84 Menschen. War er ein Amokläufer oder ein Terrorist?

Für den französischen Premierminister Manuel Valls scheint klar zu sein, dass der Attentäter mit islamistischen Organisationen in Verbindung stand. "Das ist ein Terrorist, der ohne Zweifel auf die eine oder andere Weise mit dem radikalen Islamismus verbunden war", sagte Valls dem Sender France 2.

Für Innenminister Bernard Cazeneuve dagegen ist das Motiv weiter unklar. Eine Verbindung zum radikalen Islam könne gegenwärtig nicht bestätigt werden, sagt er dem Sender TF1. "Es handelt sich um eine Einzelperson, die den Geheimdiensten nicht für Aktivitäten mit Verbindungen zum radikalen Islam bekannt war."

Der Attentäter und der Ablauf der Tat sind aber bekannt:

Als Täter wurde ein in Tunesien geborener Mann mit Wohnsitz in Nizza identifiziert. Die Papiere des 31-jährigen Mohamed Lahouaiej-Bouhlel wurden in dem Lkw gefunden, mit dem er dutzende Menschen überfuhr. Der Mann ist nach Angaben aus Polizeikreisen bisher nicht als Islamist aufgefallen. Er war der Polizei aber wegen Gewalttaten und anderer Vergehen bekannt. Seine Wohnung in einem Vorort von Nizza wurde von den Ermittlern durchsucht.

Wie ging der Täter vor?

Der Mann lenkte den Lastwagen in eine Menschenmenge, die am Donnerstagabend nach dem Feuerwerk zum französischen Nationalfeiertag auf dem Strandboulevard Promenade des Anglais versammelt war. Er fuhr eine Strecke von insgesamt zwei Kilometern. Dass er dabei die Richtung wechselte, deutete laut Polizeikreisen darauf hin, dass er möglichst viele Menschen töten wollte. Der Täter schoss zudem mit einer Pistole auf Polizisten, bevor er selbst von der Polizei getötet wurde.

Hatte der Mann Komplizen?

Der Fahrer war allein in dem Lastwagen. Nach Angaben des französischen Innenministeriums suchen die Ermittler aber unter Hochdruck nach möglichen Hintermännern der Tat. In Nizza und anderen Städten gab es deshalb Polizeieinsätze. Die Ex-Frau des Täters wurde in Gewahrsam genommen und befragt.

Was befand sich noch in dem Lastwagen?

In dem Lkw wurden eine nicht funktionsfähige Handgranate und Waffenattrappen gefunden. Regionalpräsident Christian Estrosi hatte zunächst gesagt, der Täter habe schwere Waffen bei sich gehabt. Der Lastwagen - ein weißer 19-Tonner - war vor einigen Tagen in der südwestfranzösischen Region Provence-Alpes-Côte d'Azur angemietet worden, in der auch Nizza liegt.

Wer steckt hinter der Tat?

Bisher gibt es kein Bekennerschreiben. Ob die Tat einen islamistischen Hintergrund hat, ist unklar. Es wurden keine Flaggen oder Symbole des Islamischen Staats oder einer anderen Organisation gefunden. Trotzdem spricht einiges für einen Terrorakt: In Israel und den palästinensischen Gebieten kommen Anschläge mit Autos, Kleintransportern und sogar Baggern beinahe wöchentlich vor. Auch die Terrormiliz "Islamischer Staat" forderte dazu auf, "Ungläubige" zu überfahren. Wegen der meist hohen Zahl der Opfer erregen solche Attacken große Aufmerksamkeit. 

Gehen die Behörden von der Tat islamistischer Terroristen aus?

Dafür gibt es Hinweise. Der französische Präsident François Hollande sagte in seiner Fernsehansprache, der "terroristische Charakter" der Bluttat können nicht bestritten werden. "Ganz Frankreich ist vom islamistischen Terrorismus bedroht", sagte er mit Blick auf die beiden islamistischen Attentate in Paris im Januar und November vergangenen Jahres.

Wer sind die Opfer?

Bei dem Anschlag wurden mindestens 84 Menschen getötet, darunter auch viele Kinder und drei Deutsche. Das Bezirksamt von Berlin-Charlottenburg bestätigte, dass eine Lehrerin und zwei Schüler getötet wurden. Laut Hollande sind unter den Toten "Ausländer aller Kontinente", darunter zwei US-Bürger, eine Schweizerin, eine Russin, eine Armenierin, ein Ukrainer sowie ein Tunesier. Rund 50 Schwerverletzte schwebten noch in Lebensgefahr.

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