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Nizza-Anschlag: Islamischer Staat schreibt sich Attentat auf die Fahnen

Todesfahrt in Nizza  

IS schreibt sich Bluttat auf die Fahnen

16.07.2016, 18:32 Uhr | AFP, rtr, dpa

Nizza-Anschlag: Islamischer Staat schreibt sich Attentat auf die Fahnen. Polizisten sichern den Tatort in Nizza ab. (Quelle: dpa)

Polizisten sichern den Tatort in Nizza ab. (Quelle: dpa)

Nach dem Anschlag von Nizza mit mindestens 84 Toten und über 200 Verletzten hat sich der Islamische Staat zu der Tat bekannt. Der Angreifer sei "ein Soldat des IS" gewesen, teilte die Terrormiliz über ihr Sprachrohr, die Nachrichtenagentur Amak, mit. 

Eine unabhängige Bestätigung dafür gab es nicht. Die französischen Behörden haben inzwischen jedoch Hinweise auf eine Radikalisierung des 31-jährigen Tunesiers Mohamed Lahouaiej-Bouhlel gefunden.

Die IS-Agentur Amak berichtete, der Attentäter von Nizza habe auf Aufrufe der Miliz reagiert, Bürger der Länder der internationalen Koalition anzugreifen, die in Syrien und im Irak gegen die Extremisten kämpft. Zu der Koalition gehören neben Frankreich unter anderem die USA, Großbritannien und Italien. Deutschland unterstützt die Allianz mit einer Fregatte und Aufklärungsflügen.

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Den französischen Geheimdiensten war Lahouaiej-Bouhlel nicht als Gefährder bekannt. Justizminister Jean-Jacques Urvoas sagte dem Sender "RTL", nichts in den Polizeiakten des Täters habe auf den Anschlag schließen lassen. Er sei bisher lediglich im Zusammenhang mit Kleinkriminalität in Erscheinung getreten.

Polizei stürmt Appartement

Unterdessen suchen die französischen Behörden fieberhaft nach möglichen Hintermännern der Bluttat. Am Samstagmorgen seien fünf Personen festgenommen worden, teilte die Staatsanwaltschaft in Paris mit. 

Ein Reuters-Reporter beobachtete zudem, wie etwa 40 Elite-Polizisten ein kleines Appartement in der Nähe des Bahnhofs von Nizza stürmten. Dort wurde eine Person verhaftet.

"Jüngstes Abgleiten in Richtung radikaler Islam"

Nach den Vernehmungen teilte die Polizei mit, dass der Tunesier offenbar jüngst "in Richtung radikaler Islam" abgeglitten war. Der IS habe dabei anscheinend noch keine Rolle gespielt.

In Paris trat das französische Sicherheitskabinett zusammen. Aus Regierungskreisen hieß es, dort sei unter anderem der Vorschlag, eine Sicherheitsreserve einzuberufen, diskutiert worden. Insgesamt stehen demnach 180.000 Frauen und Männer bereit, um Armee und Gendarmerie im Notfall zu unterstützen. Die Mobilisierung zusätzlicher Kräfte könne den gegenwärtigen "Zustand der Ermüdung" bei Polizei und Militär lindern, hieß es unter Verweis auf die kürzlich beendete Fußball-EM.

Mittlerweile ist der Tatort, die berühmte Strandpromenade der Stadt, für den Verkehr wieder geöffnet worden. An einem Ende der Promenade des Anglais erinnerte eine provisorische Gedenkstätte aus Kerzen und Blumen an die Tragödie vom Donnerstagabend.

Kinder noch in Lebensgefahr

Nach Angaben einer Krankenhaussprecherin in Nizza konnten 16 der Toten bisher nicht identifiziert werden. Fünf Kinder befinden sich noch in Lebensgefahr, drei von ihnen werden künstlich beatmet. Bei dem Anschlag kamen auch zahlreiche Ausländer ums Leben, darunter drei Deutsche aus Berlin.

Rückkehrer und Angehörige werden betreut

Am späten Freitagabend landeten zwei Flüge aus Nizza auf den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld. Passagiere und Angehörige wurden von Polizei und Sicherheitskräften von der Öffentlichkeit abgeschirmt. Notfallseelsorger und Mitarbeiter eines Kriseninterventionsteams kümmerten sich um sie. In der Stadt am Mittelmeer hatten sich Jugendliche aus zehn Berliner Schulen aufgehalten.

Der Täter war am 14. Juli mit einem Lastwagen auf dem Strandboulevard Promenade des Anglais in eine Menschenmenge gerast und erst nach zwei Kilometern von der Polizei gestoppt und erschossen worden. Er lebte nach Angaben der Staatsanwaltschaft seit vielen Jahren in Nizza. Bis Donnerstag war Lahouaiej-Bouhlel nur als Kleinkrimineller aufgefallen.

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