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Nizza-Anschlag: Attentäter Bouhlel bekundete Unterstützung für IS

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Nizza-Attentäter bekundete Unterstützung für IS

19.07.2016, 10:29 Uhr | dpa, AP

Nizza-Anschlag: Attentäter Bouhlel bekundete Unterstützung für IS. Die Wohnung von Nizza-Attentäter Mohamed Lahouaiej Bouhlel. (Quelle: AP/dpa)

Die Wohnung von Nizza-Attentäter Mohamed Lahouaiej Bouhlel. (Quelle: AP/dpa)

Nach dem Anschlag von Nizza mit 84 Toten vor vier Tagen verdichten sich die Zeichen dafür, dass der Attentäter einen islamistischen Hintergrund hatte. Mohamed Lahouaiej Bouhlel habe vor dem Anschlag ein "unbestreitbares Interesse" für die islamistische Bewegung gezeigt, so die Ermittler.

Das habe die Auswertung seines Computers ergeben, sagte der Pariser Anti-Terror-Staatsanwalt François Molins. Unter anderem habe der 31-jährige Tunesier in den Tagen vor dem Anschlag nach Videos religiöser Gesänge gesucht, die islamistische Terrororganisationen als Propagandainstrument nutzen. Der Verdächtige habe zudem der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) seine Unterstützung bekundet.

Derzeit gebe es aber keine Belege für eine Zugehörigkeit zur Terrormiliz, die den Attentäter als ihren "Soldaten" bezeichnet hatte.

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Onkel berichtet über IS-Anwerber

Der Onkel des Attentäters, Sadok Bouhlel, sagte der Nachrichtenagentur AP dagegen, er habe aus seiner weitläufigen Verwandtschaft in Nizza gehört, dass sein Neffe von einem Algerier für den IS geworben worden sei.

Früher sei der mutmaßliche Täter nicht besonders fromm gewesen. "Er betete nicht, er ging nicht in die Moschee, er aß Schweinefleisch", sagte Bouhlel. Nach der Trennung von seiner Frau und den drei gemeinsamen Kindern habe der 31-Jährige aber Probleme gehabt, die ihn zu einer leichten Beute für den IS gemacht hätten. Der IS hatte die Verantwortung für den Anschlag übernommen, dafür aber keine Beweise präsentiert.

Keine Verbindung entdeckt

Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve sagte, der Täter sei zwar möglicherweise vom IS inspiriert gewesen, als er am Donnerstag mit einem Lastwagen durch eine Menschenmenge raste. Das bedeute aber nicht zwingend, dass er mit einem größeren Netzwerk zusammengearbeitet habe. Die Ermittlungen hätten keine Verbindung zwischen IS und Täter herstellen können.

Premierminister Manuel Valls sagte, die Behörden wüssten inzwischen, dass sich der Täter sehr schnell radikalisiert habe. Der IS ermutige Menschen, die den Geheimdiensten unbekannt seien, zu Anschlägen, sagte Valls in einem Interview der Zeitung "Journal du Dimanche". "Das ist bei dem Nizza-Attentat zweifellos der Fall."

Mutmaßliche Komplizen festgenommen

Derzeit prüfen Ermittler vor allem, ob der Täter alleine handelte oder Komplizen hatte. In Nizza wurden am Sonntag drei weitere Personen festgenommen. Zwei von ihnen sollen geholfen haben, die Waffe zu besorgen, die in dem Lastwagen gefunden wurde, wie aus französischen Sicherheitskreisen verlautete. Damit sitzen inzwischen sieben Personen in Haft.

Staatsanwalt Molins sagte, noch 19 Verletzte schwebten in Lebensgefahr. Insgesamt seien 114 Opfer weiterhin im Krankenhaus. Die rechtsmedizinischen Untersuchungen der 84 Todesopfer seien abgeschlossen, zwölf von ihnen seien obduziert worden.

In ganz Frankreich versammelten sich Menschen zu einer Schweigeminute. In Nizza standen Tausende Menschen am Tatort an der Strandpromenade mit Blumen in den Händen und Tränen in den Augen auf dem felsigen Strand und blickten in Richtung der sogenannten Promenade des Anglais.

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